TV-Kritik zum Polizeiruf 110: Fortsetzung erwünscht

Die Kommissare Katrin König (Anneke Kim Sarnau) und Alexander Bukow (Charly Hübner).

Ein Vater versucht seit Jahren vergeblich, einen mächtigen Rostocker Pharmakonzern für den Tod seiner Tochter zur Rechenschaft zu ziehen. Die Kommissare Katrin König (Anneke Kim Sarnau) und Alexander Bukow (Charly Hübner) ermitteln. Eine TV-Kritik zum Polizeiruf 110. 

Es sei dahingestellt, dass die Mafiosi aus Serbien kamen und die Bösen in einer Pharma-Firma saßen, die für Profit skrupellos Menschen opferte. Klingt nach schlechtem Klischee-Krimi. Tatsächlich sendete der NDR mit dem dritten Rostocker „Polizeiruf“ einen in allen Belangen ausgezeichneten, aufregenden Film.

Denn „Feindbild“ (Buch und Regie: Eoin Moore) war trotzdem vielschichtig angelegt: vor allem durch das gegenseitige Belauern der Berliner LKA-Ermittlerin Kathrin König (Anneke Kim Sarnau) und des Rostocker Hauptkommissars Alexander Bukow (Charly Hübner): Der war der Mafia zu Diensten, ist erpressbar, die LKA-Kollegin soll gegen ihn ermitteln, den Verrat aufklären, musste aber erst mal mit ihm einen Fall lösen - den Rachefeldzug eines Vaters, dessen Tochter an Impfstoff starb, und der den blasierten Pharma-Betrüger überführen will. Auch der kaltblütige Unternehmer hatte sich mit den serbischen Mafiosi eingelassen.

Hört sich kaum realitätsnah an, war aber klug konstruiert und lieferte auf mehreren Ebenen ein packendes Kräftemessen. Was die Polizisten angeht, diese echten Typen, ist der Ausgang offen. Am Ende standen sie, anders als in Allerweltskrimis, ohne Beweismittel da, eine Niederlage. Und: Bukow hat seine Kontrolleurin ins Vertrauen gezogen, zur Mitwisserin gemacht. Fortsetzung erbeten - bald.

Von Mark-Christian von Busse

vbs@hna.de

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