TV-Kritik zum Polizeiruf: Eine Schule fürs Leben

Maria Simon spielte Kommissarin Olga Lenski, ihr Sohn Ludwig den verdächtigen Tobias. Foto: ard

Die Polizeiruf-Folge „Hexenjagd“ war eine lehrreiche Schulstunde, die spannend zeigte, dass so einiges schief läuft in unserem Bildungssystem. Matthias Lohr über den „Polizeiruf“.

Wenn Schulen heute tatsächlich so sind wie die aus dem Brandenburger „Polizeiruf“, ist man froh, nicht mehr hingehen zu müssen: Schüler machen ihre Lehrer fertig, der gute alte Realschulabschluss heißt jetzt MSA (Mittlerer Schulabschluss), und der Hausmeister hat alle Hände voll zu tun, weil er neben seinem Job noch in Philosophie promoviert und die Direktorin vögelt.     

Die Folge „Hexenjagd“ von Regisseurin Angelina Maccarone und Drehbuchautorin Kristin Derfler war eine lehrreiche Schulstunde, die spannend zeigte, dass so einiges schief läuft in unserem Bildungssystem. Ob Schüler oder Lehrer – für fast jeden hätte es gute Gründe gegeben, die Bombe zu legen, die im Büro der Direktorin hochging und eine Referendarin schwer verletzte.     

Die tolle Corinna Kirchhoff spielte die Schul-Chefin, die sich gegen Männer behaupten muss, als Eiserne Lady aber von allen zu viel verlangt. „Wenn man glaubt, man kann nicht mehr, hat man immer noch 40 Prozent“, sagte sie einmal.     Über so einen Satz kann Horst Krause als bedächtiger Polizist, der aus der Zeit gefallen ist, nur lächeln. Kollegin Maria Simon als Kommissarin Olga Lenski sieht man ohnehin immer gern zu. Diesmal spielte an ihrer Seite ihr 16-jähriger Sohn Ludwig, dessen Vater der Saarbrücker „Tatort“-Kommissar Devid Striesow und dessen Stiefvater der ehemalige Leipziger Ermittler Bernd Michael Lade ist. Der Sonntagabendkrimi ist eine gute Schule fürs Schauspielleben. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.