TV-Kritik zum "Polizeiruf": Hart aber herzlich

Als Regisseur Christian von Castelberg alle Bewerber für die Figur des brutalen Kriminellen Mirco Lewandowski im Rostocker „Polizeiruf 110“ gesehen hatte, wusste er, dass nur Gerdy Zint die Rolle spielen konnte. „Die da“, sagte von Castelberg, „sind einfach nur Schauspieler, aber der macht mir Angst.“

In der Folge „Einer trage des anderen Last“ verbreitete Zint als tickende Zeitbombe auch bei den Zuschauern Schrecken. Sein radikales Spiel war einer von vielen Höhepunkten im „Polizeiruf“ aus der Hansestadt mit den Ermittlern Alexander Bukow (Charly Hübner) und Katrin König (Aneke Kim Sarnau).

Autor Eckard Theophil, der einst selbst im Knast saß, lieferte eine vielschichtige Geschichte über einen ermordeten Häftling. Die im Juli 2011 mit 26 Jahren gestorbene Maria Kwiatkowsky bewies als Schwester des Opfers, dass mit ihr ein großes Schauspieltalent gegangen ist.

Und Hübner spielte den rauen Bukow mit leisem Charme und großem Herz als modernen Schimanski. Kollegin Sarnau fiel hochschwanger so gut wie aus. Ihre Figur lag im Koma, weshalb Sarnau sich nur schlafen stellen musste. Damit ihr Bauch nicht auffiel, schnitt die Requisite ein großes Loch in die Matratze. Es sagt viel aus über diesen sehr guten „Polizeiruf“, wenn die tolle Sarnau sagt: „Ich hab mich gar nicht vermisst in dem Film.“

Von Matthias Lohr (mal@hna.de)

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