TV-Kritik zum Polizeiruf: Lügen und eine Leiche

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Dem Täter nah: Dirk Köhler (Matthias Matschke).

Falsche Fährten und eine überraschende Wendung: Der Magdeburger Polizeiruf "Dünnes Eis" war ein starker Fall für die Ermittler Doreen Brasch (Claudia Michelsen) und Dirk Köhler (Matthias Matschke).

Eine junge Frau inszeniert ihre eigene Entführung, um an das vermeintliche Erbe ihrer Mutter zu kommen. Dafür geht sie sogar über die Leiche ihrer Freundin.

Regisseur Jochen Alexander Freydank hatte in „Polizeiruf 110: Dünnes Eis“ den Mut, einen doppelbödigen, intelligenten Krimi zu erschaffen, der immer wieder versuchte, den Zuschauer auf eine falsche Fährte zu locken, ohne sich zu sehr in Nebenschauplätzen zu verlieren. Das Buch von Stefan Rogall, Eoin Moore und Anika Wangard erschuf dabei dauerhaft das nagende Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmte. Dieses Grundrauschen wurde besonders durch das authentische, fast schon irritierende Spiel von Christina Große als notorisch lügende Mutter der Entführten verstärkt. Es dauert lediglich vielleicht einen Moment zu lang, bis die Ermittler Doreen Brasch und Dirk Köhler herausfanden, worum es bei dem Fall wirklich ging: ein Familiendrama, eine Katastrophe mit Ansage.

Die Zusammenarbeit der beiden zeichnete sich währenddessen über weite Strecken mit einer seltsamen Sprachlosigkeit aus, bis es zwischen ihnen richtig krachte. Trotzdem: Die Konstellation verspricht weiterhin gute Unterhaltung.

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