TV-Kritik zur Reality-Show "Wild Island"

Eigentlich müssen sie nur überleben: Ihr Aufenthalt auf der panamaischen Insel Gibraleon könnte aber schwierig werden. Foto: Pro7

In "Wild Island" lässt Pro 7 eine Gruppe von Männern und Frauen ums Überleben kämpfen. Doch von existenziellen Nöten war beim Auftakt der Reality-Show am Sonntag  nichts zu erkennen.

Wie lange hält man es im Paradies aus? So unnötig, wie diese Frage im ersten Moment scheint - in „Wild Island“ macht sie Sinn. In dem Reality-Format nach dem US-Vorbild „The Isle“ (2015) müssen sich 14 Männer und Frauen einen Monat lang auf einer einsamen Insel durchschlagen - das Paradies wird zum Ort des Überlebens. Das rief schon vor dem Start des Formats Tierschützer auf den Plan: Dass Laien Tiere töteten, sei aus Tierschutzsicht inakzeptabel.

Am Sonntagabend sendete Pro 7 den ersten Teil: Es zeigte sich ein simples Konzept ohne Show-Elemente, bei dem der Zuschauer nah dran ist an den Menschen, die in einer Ausnahmesituation auf sich allein gestellt sind. Interessant anzusehen - aber weit entfernt von spannungsreich.

100 Kilometer vor der Pazifikküste Panamas liegt die Insel Gibraleón. Sie hat eine acht Kilometer lange Küste, 95 Prozent Luftfeuchtigkeit und einen Mangrovensumpf, in dem Reptilien und Säugetiere leben. An der Küste dieses von Menschen unbewohnten Ökosystems werden die sieben Frauen und sieben Männer von ihrem Survival-Coach Ross Bowyers abgesetzt. Der hatte sie zuvor mit einem Überlebenstraining auf den Insel-Aufenthalt vorbereitet.

Unter den Teilnehmern sind drei erfahrene Kameraleute, der Rest bekam einen Crash-Kurs. Denn die Teilnehmer filmen sich selbst. Wettbewerb gibt es keinen - zumindest noch nicht. Die Wasserreserve von zuhause reicht bis zum nächsten Tag, es gibt Kokosnüsse und zumindest quieken hört man die Mahlzeit schon. Notarzt Johannes (32), der mal schauen will, wie es sich ohne Kühlschrank leben lässt, leitet einfühlsam und souverän die Gruppe, über wilde Tierchen wird gescherzt und Befürchtungen, wie von der 20-jährigen Studentin Svenja, die eine echte Freundin vermisst, sind nicht existenziell.

Das Publikum sieht, wer mit wem sympathisiert, wie die Gruppe versucht, Feuer zu machen und eine Wasserquelle zu finden. Der Survival-Trainer kommentiert ihr Verhalten und weist den Zuschauer auf Gefahren hin - Kokosnüsse schmecken zwar gut, sie wirken aber abführend und machen Durst. Das soll Spannung erzeugen.

Zum Auftakt wurde kein Tier geschlachtet, hat sich niemand verletzt. Muss so etwas passieren, um die hervorragende Quote von 17,9 Prozent Marktanteil (Zuschauer zwischen 14 und 49 Jahren) aufrechtzuerhalten? Das wäre schade. Denn es kann auch interessant sein, die Gruppendynamik im Ausnahmezustand zu beobachten - nur bräuchte es dafür wohl keine einsame Insel.

 

Täglich, außer sonntags, auf Pro 7

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