HNA-Meinung

TV-Kritik zum "Tatort" aus der Schweiz: Unter Druck

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Bettina Fraschke

Der "Tatort" aus der Schweiz ist in seiner Qualität immer sehr schwer einzuschätzen. Diesmal stand aber wieder eine solide Geschichte hinter den Ermittlungen des Kommissar-Duos Flückiger und Ritschard. Bettina Fraschke mit einer TV-Kritik.

Wenn die Mutter ihrer Tochter sagt, sie sei eine Riesenenttäuschung, steht das auf der Skala der kindlichen Kränkungen ganz oben. Für den Teenager Emma war damit das Maß voll. Sehr gut war nachzuvollziehen in diesem „Tatort: Zwischen zwei Welten“, unter welchem Druck die Kinder der ermordeten Donna standen. Sie mussten mit den egoistischen Ansprüchen der Eltern klarkommen. Und jetzt auch noch einen Mord vertuschen.

Die Schweizer „Tatorte“ schwankten zuletzt in der Qualität. Die vom Ostermontag gehörte zu den guten Folgen. Allerdings muss man Autoren endlich klarmachen, dass Einfälle wie der, dass Kommissar Reto Flückiger (Stefan Gubser) sich an seine eigene Vergangenheit erinnert fühlt, einfach ärgerlich sind. Das brachte dramaturgisch nichts.

Die Folge von Eveline Stähelin, Josy Meier (Buch) und Michael Schaerer (Regie) verknüpfte aber viel Spannung – etwa bei der nächtlichen Suche nach Emma – mit brisanten Fragen wie die der Rolle der Väter in Sorgerechtsauseinandersetzungen. Und mit leiseren Tönen: Flückiger und Kollegin Liz Ritschard (Delia Mayer) waren beide extrem dünnhäutig, mal gifteten sie sich gereizt an, mal waren sie ganz fürsorglich miteinander. Psychologisch überzeugend.

Zum Glück wurde das Thema Kontakt zum Jenseits über das Medium Pablo (Grégoire Gros) nicht überstrapaziert. Auch wenn das zu Ostern so schön nahelag.

E-Mail an die Autorin: fra@hna.de

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