TV-Kritik zur neuen Castingshow "Deutschlands schönste Frau"

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Guido Maria Kretschmer

Guido Maria Kretschmer sucht „Deutschlands schönste Frau“ im TV. Die Sendung sorgt für gespaltene Meinungen. Eine TV-Kritik von Gudrun Skupio.

Fernab vom gängigen Schönheitsideal wie bei „Germany’s Next Top Model“ (GNTM) sucht Guido Maria Kretschmer „Deutschlands schönste Frau“. „Menschen, die etwas haben, dass man Nähe aufbauen möchte“, wird der Designer nicht müde, den Unterschied zum Castingformat mit Heidi Klum zu betonen – und scheitert bei seinem Projekt grandios.

Wie das Model nennt Kretschmer die bis zu 65 Jahre alten Kandidatinnen „Mädchen“, setzt ihnen GNTM-Gewinnerin Lena Gercke mit ihren Modelmaßen vor und stylt sie um. Von der vielzitierten „inneren Schönheit“ ist keine Rede mehr.

Wie Kretschmer so viel Oberflächlichkeit erklärt? Er hat eine „Vision“ davon, „wie schön unsere Frauen aussehen könnten“. Diese Vision endet offensichtlich mit dem 30. Lebensjahr der Kandidatinnen, denn nur sie erhalten ein Umstyling. Für die älteren Damen reicht Kretschmers Vorstellungskraft anscheinend nicht mehr aus. Bei ihnen wird dann wieder auf die innere Schönheit gesetzt. Die soll der Ritt auf einem Wassersportgerät, ihre große "Aufgabe", irgendwie aus ihnen herauskitzeln.

Mit seiner direkten Art kommt der Designer, wie schon bei der Styling-Doku „Shopping Queen“, super bei den Frauen an: „Wenn du so gehst, wirst du nie schwanger“, sagt Kretschmer zu der 21-jährigen Sina, die das erste Mal auf High Heels läuft. „Er nimmt kein Blatt vor den Mund, macht das aber auf respektvolle und diplomatische Weise, ohne, dass man sich verletzt oder angegriffen fühlt“, sagt die 30-jährige Erna aus Hessen, die von Guido "ein kleines, süßes BHchen" inklusive Füllmaterial für mehr Busen erhält.

Das allein rettet die Sendung nicht, die neben dem verfehlten Konzept an Sensationsgeilheit krankt: Da wird den Damen als Versuchung ein Männermodel mit nacktem Oberkörper vorgesetzt ("Ich wollte, dass er das Hemd anbehält", schiebt Kretschmer die Verantwortung auf die Verantwortlichen bei RTL) oder die Kamera auf die füllige Georgia in der Umkleidekabine gehalten, bis Guido zaghaft einschreitet („Macht die Kamera weg. Bitte, macht das nicht“).

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