TV-Kritik zum Stuttgarter "Tatort": Konventionell und trotzdem gut

Echte Kommissare werden beim „Tatort“ aus Stuttgart nur mit dem Kopf geschüttelt haben. Sie wissen, dass Polizisten nicht ohne Handschuhe in Schubladen wühlen und nicht wie Elefanten im Porzellanladen auf Spuren am Tatort treten.

Sie wissen auch, dass Staatsanwälte nicht mit den Ermittlern in einem Büro sitzen. In „Das erste Opfer“ durfte die schöne Emilia Álvarez (Carolina Vera) sogar einen Verdächtigen verhören.

Trotzdem müssen die echten Polizisten zugeben, dass Regisseur Nicolai Rohde in seinem ersten „Tatort“ sowie die Autoren Stephan Brüggenthies, Leo P. Ard und Birgit Grosz fast alles richtig gemacht haben. Denn selten war ein Fall bis zum Ende so spannend wie der, den Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare) zu lösen hatten.

Es ging um zwei brutale Morde, die nicht erst gezeigt werden mussten. Die Monströsität der Taten erahnte man schon in den Augen der Opfer. Mit jeder Spur tauchten neue Fragen auf, bis auch noch ein 15 Jahre altes Verbrechen gelöst werden musste, das ebenso brutal war.

Das alles war so packend inszeniert, dass selbst blöde Liebesdialoge nicht störten. Hoffentlich flirten echte Polizisten besser als die Kriminaltechnikerin Nika Banovic (Miranda Leonhardt), die sich selten dämlich in den Täter verguckte.

Kritik von Matthias Lohr

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