"Ohnmacht"

TV-Kritik zum Tatort aus Köln: "Eine böse Prinzessin"

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TV-Kritik zum Tatort aus Köln: "Eine böse Prinzessin"

Die Kölner Tatort-Episode "Ohnmacht" startete verheißungsvoll, flachte aber schnell ab, findet unsere Kritikerin Nicole Schippers. Und das lag nicht daran, dass das typische Schlussbild mit Ballauf und Schenk an der Wurstbude diesmal schon am Anfang stand:

Ein gelungener Einstieg in den Kölner „Tatort – Ohnmacht“: Die Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) trinken an der Wurstbraterei ein Feierabendbier. Ein Anfang, der aufmerksam werden lässt, läutet dieses Bild sonst das Ende einer Folge ein.

Zu Ballaufs Unmut ist die Currywurst aus, die Stimmung ist gereizt. Die folgenden Szenen im U-Bahnhof schlossen sich atmosphärisch toll an. Blindwütige, gewaltbereite Jugendliche, überforderte Eltern und mangelnde Zivilcourage – die ambitionierte, aber etwas stereotype Geschichte des Autors Andreas Knaup hatte Potenzial.

Doch nach einem starken Anfang, in dem Regisseur Thomas Jauch mit grandiosen Bildern in die Handlung zog, blieb die Spannung leider auf der Strecke. Zu früh war absehbar, dass nicht der unsympathische Kai (stark: Robert Alexander Baer) die treibende Kraft hinter der Tat war, sondern die süße Janine (Nadine Kösters), zu durchschaubar die Charaktere und zu seicht die Auflösung des Falls.

Die Einführung der neuen Assistentin Miriam Häslich (Lucie Heinze) kam zwar unvermittelt, sorgte aber für Frische. Differenziert ausgearbeitet waren die Rollen der überforderten und überbehütenden Eltern. Überraschend und kaum fassbar das Ende: Der Vater (hervorragend: Felix von Manteuffel) tötete seine Tochter. Erst jetzt wurde die Ohnmacht der Eltern in vollem Ausmaß deutlich.

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