TV-Kritik: Der "Tatort" aus Köln bringt den Alltag zurück

Die „Tatort“-Zuschauer, die den ungewöhnlichen Jubiläums-Fall zum 40. Jahrestag der Krimireihe fürchterlich fanden, werden Sonntagabend aufgeatmet haben.

Hatte der HR am vorigen Sonntag mit Ulrich Tukurs phänomenalem Premieren-Einsatz am Edersee - atmosphärisch und schauspielerisch herausragend - einen sperrigen Fall aus der RAF-Vergangenheit erzählt, gab es wieder Alltagskost: Das Kölner Team Ballauf/Schenk (Klaus J. Behrendt, Dietmar Bär) ermittelte in „Familienbande“ in einem Drama um ein totes Kind.

Beim „Tatort“ ist es wie beim Essen. Da sind Trüffel, Rinderfilet oder das Tranchieren einer Weihnachtsgans etwas Exquisites - siehe Tukur -, in der Regel genügen aber eine kräftige dicke Suppe oder die Frikadelle mit Kartoffeln. Die kriminalistische Hausmannskost lieferten Hans Werner, Lars Böhme (Buch) und Thomas Jauch (Regie). Im Mittelpunkt stand diesmal das Handwerk der Ermittler: Indizien sammeln, Zeugen befragen, Beschuldigte verhören. Es ging um Reifenspuren, Fingerabdrücke und natürlich um Motive.

Die lagen offen zu Tage, und die Auflösung ganz am Ende ahnte man früh. Dem Krimi-Vergnügen tat es keinen Abbruch, und man begleitete Ballauf und Schenk gern zu ihrer Lieblings-Wurstbude am Rhein. Es muss ja nicht immer Kaviar sein.

Von Mark-Christian von Busse

Rubriklistenbild: © WDR/ap

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