HNA-Meinung

TV-Kritik zum "Tatort" aus Saarbrücken: Ein Fall statt Frohsinn

Der "Tatort" aus Saarbrücken ist für seine bemühte Aufgekratztheit bekannt. Auch in der aktuellen Folge "Adams Alptraum" gibt es viel zu bemängeln. Allerdings geht es aufwärts, findet HNA-Kulturredakteur Mark-Christian von Busse.

Bisher waren die Saarbrücker "Tatorte" mit Devid Striesow als Kommissar Jens Stellbrink geprägt von einer so bemühten überschäumenden Aufgekratztheit, dass es fast schmerzte. Auf Teufel komm raus sollte diese Ermittlerfigur ganz anders sein. Das ging schrecklich schief. Die Autoren Lars Montag/Dirk Kämper und Regisseur Hannu Salonen, der auch die ersten, katastrophalen Stellbrink-Fälle verantwortet hat, drosseln nun dankenswerterweise den Übermut, sie fahren den Frohsinn runter: Es gab gestern mehr klassischen Krimi als chronisch gute Laune. Und brisante Themen: Identitätsklau im Internet, Selbstjustiz, Angst vor Pädophilie.

Die maßlose Gewalt eines Lynchmobs, Staatssekretärs-Karrieristeneltern, die ihre Kinder allein, und überbesorgte Eltern, die sich aufhetzen lassen - im Fall "Adams Alptraum" über einen vermeintlichen "Fummeltrainer" im Schwimmbad gab es spannende Ansätze.

Und im Detail doch einiges zu bemängeln nicht nur, weil Staatsanwältin Dubois (Sandra Steinbach) immer noch ziemlich vertrottelt in der Gegend rumsteht und Elisabeth Brück als Stellbrinks Partnerin wenig Profil gewinnt. Unglaubwürdig auch, dass ausgerechnet die Tochter die unheilvolle Lawine lostrat. Und doch: Beim "Tatort" von der Saar geht es langsam aufwärts. vbs@hna.de

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