TV-Kritik zum „Tatort-Spezial“: Zu viel aufgebürdet

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Typ einsame Wölfin: Kommissarin Ellen Berlinger (Heike Makatsch) im Event-Tatort aus Freiburg.

Immerhin - das Ende des schwachen, weil überambitionierten "Event-Tatorts" aus Freiburg ist aufregend. Mark-Christian von Busse über das „Tatort-Spezial“.

Am Ende hingen alle Kollegen am Bildschirm, gebannt verfolgten sie die entscheidende Vernehmung der neuen Kommissarin Ellen Berlinger (Heike Makatsch): ein immerhin aufregendes Ende in einem schwachen, weil überambitionierten „Event-Tatort“ aus Freiburg.

Die von Thomas Wendrich entwickelte Figur der einsamen, stets auf Angriff gepolten Ermittlerin bietet reichlich Profil für künftige Folgen, es blieben genug Geheimnisse in der Schwebe. Regisseurin Katrin Gebbe verzettelte sich aber in der Unzahl ihrer Protagonisten. Manche Nebenfigur tauchte blitzartig auf, verstörte für einen Moment, ohne dass sie in die Handlung eingebettet worden wäre – wie der aus seiner Wohnung geklagte, spinnerte „Professor“.

Zu vieles wurde nur angerissen. Denn auch thematisch wurde diesem „Tatort“ zu viel aufgebürdet: Die Zuspitzung auf dem Wohnungsmarkt – von einem bestechlichen, selbst überschuldeten Jobcenter-Mitarbeiter brutal ausgenutzt – wurde verknüpft mit der Orientierungslosigkeit junger Mädchen und die auch noch mit Berlingers eigener rätselhafter familiärer Situation.

Schade, dass der Schauplatz kaum zur Geltung kam. Da war von bestimmten Stadtteilen die Rede, wie der Vauban-Siedlung auf einem früheren Kasernengelände, heute ausgeprägte Öko-Enklave der Grünen-Hochburg Freiburg. Wirklich spürbar wurde das Charakteristische der Uni-Stadt im Breisgau nicht.

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