Zu viele Klischees

TV-Kritik zum Tatort aus Stuttgart: Getauschte Rollen

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Der Stuttgarter "Tatort: Eine Frage des Gewissens" hatte ein gutes Thema, aber war zu voll mit Klischees. Eine Kritik von Kultur-Redakteurin Bettina Fraschke.

Bettina Fraschke

Der Stuttgarter "Tatort" am Sonntag bot einen tollen, actionreichen Einstieg voller Spannung, doch dann regierte immer wieder das Klischee. Wie in "Eine Frage des Gewissens" der psychische Absturz des Kommissars Sebastian Bootz (Felix Klare) inszeniert wurde, war dann zu plakativ aufgetragen. Er soff, randalierte rum, stierte in der Eckkneipe immer wieder bedeutungsschwanger in sein Whiskyglas und prostete dann auch noch andeutungsweise dem Wirt zu, er trug tütenweise leere Weinflaschen zum Altglas. Unheilvoll klapperten sie im Beutel wie akustische moralische Warnsignale. Das musste nicht sein. Ebenso überzeichnet wurde in dem von Till Endemann inszenierten Fall der zwielichtige Opferanwalt Christian Pflüger (Michael Rotschopf). Dass es bei diesem schmierigen Unsympathen ein dunkles Geheimnis gab, ahnte man nun wirklich von Anfang an.

Schade. Denn das Grundthema des von Sönke Lars Neuwöhner und Sven Poser geschriebenen Falls - Bootz log, um Kommissar Thorsten Lannert (Ricky Müller) nach dessen tödlichem Schuss zu schützen - war wichtig und der Rollentausch - die Kommissare mussten sich einem Verhör stellen - ein guter dramaturgischer Kniff.

Kontakt zur Autorin: fra@hna.de

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