TV-Kritik

Der Weimarer "Tatort": Brillant komisch

Klamauk und Wortwitz prägen den MDR-"Tatort" mit Nora Tschirner und Christian Ulmen als Ermittlerduo Dorn und Lessing. Der eigentliche Fall war reichlich bizarr. Macht aber nichts, findet Mark-Christian von Busse.

Wenn man als Kritiker den „Tatort“ vorab sieht, macht man viele bereichernde und manche leidvollen Erfahrungen. Eines ist selten: Dass man Lust hat, den Krimi bei der TV-Ausstrahlung sonntagabends sofort erneut einzuschalten. 

Beim Weimarer Fall „Der scheidende Schupo“ war das so – so hoch war die Schlagzahl an Gags, die den Film zum außerordentlichen Vergnügen machten. 

Es ist müßig, auf die groteske Handlung einzugehen. Die reichte ins Bizarre. Es ging um einen verknallten Polizisten, Eifersucht, eine traditionsreiche Porzellanmanufaktur, Zoff ums Erbe, streitende Schwestern, Gift, Gier, eine Explosion im Blumenbeet und alte Seilschaften aus einem DDR-Kindergarten. 

Andreas Pflüger (Buch) und Sebastian Marka (Regie) verknüpften alles mit Wortwitz, Klamauk und Schlagfertigkeit, dass die Pointen-Funken sprühten. Nach 90 Minuten hatte man eine Fülle sinnloser Szenen und Zitate („steril in der Birne“, „die Rose ist ohne Warum“, „Rucke di guh, Blut ist im Schuh“) notiert, die einen sehr unterhaltsamen Film ergaben. 

Die tollen Nebendarsteller glänzten, Dorn und Lessing (Nora Tschirner, Christian Ulmen) sind sowieso brillant. Zum Glück dreht der MDR inzwischen zweimal im Jahr: Schon im Herbst gibt es den nächsten Weimar-„Tatort“.

Rubriklistenbild: © dpa

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