TV-Kritik: Weinen vor der Kamera - Bettina Fraschke über den Saar-„Tatort“

Es kann schnell peinlich oder voyeuristisch werden, verzweifelten Menschen dabei zuzusehen, wie sie frontal in eine laufende Kamera weinen und ihnen dabei der Schleim aus dem Mund rinnt. Im Saar-„Tatort“ „Heimatfront“ war es aber unglaublich bewegend.

Die Autoren Christiane Hütter und Christian Heider haben die Geschichte um vier Bundeswehrsoldaten, die nach ihrem Afghanistan-Einsatz schwer traumatisiert nicht in den Alltag zurückfinden und in der Therapie stets heulen müssen, ganz dicht gewebt.

Mit großer Behutsamkeit wurden die vier Schicksale gezeigt, die außergewöhnlichen Nachwuchsdarsteller Friedrich Mücke, Ludwig Trepte, Constantin von Jascheroff und Martin Kiefer gestalteten feinfühlige Porträts von jungen Männern, die nicht wissen, was sie nach dem Krieg im Leben noch tun können.

Regisseur Jochen A. Freydank arbeitete mit extremen Einstellungen: Kranblick von weit oben, Froschperspektive auf ein kleines Detail - so wurde auch formal gezeigt, wie zerrissen unsere Gesellschaft beim Thema Kriegseinsatz ist.

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