TV-Kritik zu Wetten, dass..?: „Schluss mit lustig“

Er hört tatsächlich auf. Thomas Gottschalk gab zu Beginn der 193. Ausgabe von „Wetten, dass..?“ am Samstagabend in Halle bekannt, dass er nach fast 25 Jahren - den „besten meines Lebens“ - zum Jahresende als Moderator abtreten werde.

144-mal hat der 60-Jährige diese Show, die als erfolgreichste Unterhaltungssendung Europas gilt, moderiert. Er habe „von diesem Sofa aus immer nur gute Laune und Spaß verbreiten“ wollen, sagte Gottschalk. „Aber beim letzten Mal ist mir das nicht gelungen. Ich habe hier gesessen und musste Ihnen mitteilen, jetzt ist Schluss mit lustig.“ Der bei der vorigen Sendung in Düsseldorf schwer verletzte Wettkandidat Samuel Koch habe ihm versichert, er solle sich ebenso wenig wie das Publikum den Kopf zerbrechen, warum er nach fast 500 Probesprüngen verunglückt sei. „Trotzdem kann ich in dieser Show nicht weitermachen, als wäre nichts passiert.“

Nachdem auch Co-Moderatorin Michelle Hunziker ihre Betroffenheit ausgedrückt hatte, machten beide aber doch erstmal weiter, als sei nichts passiert - nur, dass es bei den Wetten mehr auf Geschicklichkeit als körperlichen Einsatz ankam. Gottschalk hatte ersichtlich keine Lust, in den zweidreiviertel Stunden mit seinen Gästen über seine Rückzugsabsichten zu plaudern.

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10,56 Millionen (Marktanteil 32,1 Prozent) sahen eine routinierte, phasenweise durchaus unterhaltsame Show, in der schön zu sehen war, wie „Wetten, dass..?“ selbst historisch geworden ist - als etwa Gottschalk drei Frauen auf die Bühne rief, die als Teenies vor 15 Jahren ihren Helden von Take That zujubelten. Jetzt durften sie Robbie Williams & Co. ganz nah sein.

Bewegende Show-Momente kann Gottschalk, dem Hunziker eigentlich nur hinterher dackelt, noch immer schaffen. Diesmal im Gesangstrio mit „Ein Freund, ein guter Freund ...“ mit Max Raabe und Jan-Josef Liefers. Überhaupt waren die ARD-„Tatort“-Kommissare Liefers (mitsamt seiner Frau Anna Loos) und Maria Furtwängler auf dem ZDF-Sofa amüsante Gäste, während nach dem Musical-Medley mit Serkan Kaya das endlose Genuschel von Udo Lindenberg fast komplett unverständlich blieb.

"Wetten, dass..?" in Halle: Die besten Bilder

In der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen allerdings unterlag das ZDF (3,34 Mio., Anteil 25,9 Prozent) der RTL-Konkurrenz mit 4,03 Millionen (31,1 Prozent). Mit einem Seitenhieb auf „DSDS“-Juror Dieter Bohlen gelang Gottschalk einer der diesmal wenigen frechen Scherze. „Ihr macht Musik mit Flaschen, das macht der Bohlen auch“, kündigte er die wieder eingeführte Stadtwette mit dem Glas-Blas-Sing-Orchester an, das am Ende mit hunderten Hallensern Händels „Halleluja“ erklingen ließ.

Apropos Händel. Ein paar Wetteinsätze wird Gottschalk noch bringen müssen - vor der nächsten Show in Augsburg muss er in einer Hendl-Braterei Hähnchen verkaufen.

Von Mark-Christian von Busse

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