Krimi am Sonntagabend

TV-Kritik zu "Dein Name sei Harbinger": Ein starker Großstadt-Tatort

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Einzelkämpfer und Zupackerin: Das Ermittler-Duo Karow (Mark Waschke) und Rubin (Meret Becker).

Der Berliner "Tatort: Dein Name sei Harbinger" ist ein starker Großstadt-„Tatort“, der den verborgenen Untergrund der Hauptstadt eindrucksvoll ins Bild gesetzt hat, sagt HNA-Redakteur Mark-Christian von Busse.

Christoph Bach verkörperte im Berliner „Tatort: Dein Name sei Harbinger“ eine Figur, die einen noch lange verfolgen wird: Dieser Werner Lothar, Betreiber eines Schlüsseldienstes an der U-Bahn-Station Alexanderplatz, war nicht nur verschroben, verschlossen, sondern misstrauisch und manipulierbar bis hin zum Gewaltverbrechen – gespenstisch.

Wie sein Verfolgungswahn von einem jungen, schnieken, aalglatten Reproduktionsmediziner (Trystan Pütter) instrumentalisiert wurde, mag dramaturgisch einigermaßen irrwitzig gewesen sein – und wieso der schaurige Schlüsseldienst-Mann in der Berliner Unterwelt sein Unwesen trieb, wurde auch nicht wirklich erklärt. Etikett Psychopath drauf, fertig.

Und doch war das ein starker Großstadt-„Tatort“ von Florian Baxmeyer, der ein Buch von Michael Cometesse und Matthias Tuchmann umsetzte: Weil er den verborgenen Untergrund der Hauptstadt einmalig eindrucksvoll ins Bild gesetzt hat: Wo hat er all diese verlassenen Orte entdeckt?

Und weil man den Berliner Ermittlern, der zupackenden, einfühlsamen Nina Rubin (Meret Becker) und Einzelkämpfer Robert Karow (Mark Waschke), in ihrer Gegensätzlichkeit gern zuschaut. Obwohl einen auch dessen eiskalter Zynismus gruseln ließ.

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