TV-Kritik

"Polizeiruf 110": Dunkler Zwilling ist psychologisch fein justiert

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Im Zwiespalt: Marla (Emilia Nöth) ist die Tochter des Hauptverdächtigen.

Beim Polizeiruf geht es dieses Mal um einen Frauenmörder, der in Rostock sein Unwesen treibt. Das sagt unsere Autorin Bettina Fraschke zu der Folge.

Immer krasser spielte der Verdächtige Kern (Simon Schwarz) sein Spiel mit den Ermittlern Katrin König (Anneke Kim Sarnau) und Alexander Bukow (Charly Hübner) im Rostocker „Polizeiruf 110: Dunkler Zwilling“. 

Wie er Spuren verwischte (etwa, indem er sein Auto mit einem identischen Wagen austauschte – Kennzeichen mitnehmen geht ja heutzutage leicht) und sonst falsche Fährten auslegte, war perfide und eiskalt. Hier entstand die Hochspannung in der gelungenen Folge von Damir Lukacevic (Buch und Regie).

Wachsendes Gefühl der Beklemmung

Ein stetig wachsendes Gefühl der Beklemmung gesellte sich hinzu – in dem Maß, wie der Fall die psychologischen Verstrickungen herausarbeitete, in die Kerns Tochter Marla geriet. Sie verdächtigte ihren Vater einerseits und bekam immer mehr Angst vor ihm, wollte ihn dann aber andererseits auch beschützen und schreckte davor zurück, ihn als Mörder anzuzeigen. 

Hier setzte die Krimifolge auf Subtilität und auf das großartig differenzierte Spiel der jungen Darstellerin Emilia Nöth, die die Zerrissenheit der Marla sehr fein darstellte.

Schwierige Verhältnisse

Den Entwicklungen im stets schwierigen Verhältnis der Kommissare zueinander folgte man auch wieder gern. Katrin König mit unerträglichen Kopfschmerzen und Gefühl von Hilflosigkeit und der ansonsten ruppige Bukow, der ihr ganz liebevoll den Nacken massierte und ihr für eine Minute Halt an seiner Schulter gab. 

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