TV-Kritik zum Tatort aus München: Die Liebe, ein seltsames Spiel

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Auch mit der polyamor lebenden Psychologin Dr.Julia Stephan (Anna Schäfer) hat Thomas Jacobi (Martin Feifel) eine Affäre.

Nicht abgeurteilt, aber mit zu vielen Stereotypen: Unsere Rezensentin Bettina Fraschke sieht in ihrer Kritik zum Münchner „Tatort“ Licht und Schatten.

Jetzt darf die München-Häufung aber bitt’schön auch mal vorbei sein. Von den letzten vier Sonntagabendkrimis im Ersten spielten drei in der Bayernmetropole, darunter der herausragende „Polizeiruf 110: Nachtschicht“. Dessen Regisseur Rainer Kaufmann ist auch für den jüngsten Fall des benachbarten „Tatort“-Teams aus der Landeshauptstadt zuständig. „Die Liebe, ein seltsames Spiel“ erreichte längst nicht die Abgründigkeit und dieses Ausmaß an Beklemmung wie „Nachtschicht“, das war sicher auch nicht der Anspruch. Ein solide gemachtes Stück Krimiunterhaltung mit Betonung des Wortes Unterhaltung ergab sich allemal.

Kritisieren ließe sich, dass sich die Auflösung des einen Mordes arg früh erahnen ließ, und dass die des anderen ein wenig plötzlich und nicht gerade glaubwürdig daherkam. Die Geschlechterbilder in dem Fall über einen stereotyp wie aus einer Vorabendserie dargestellten Architekten und die fünf Geliebten, die er zu seinem Beziehungsglück brauchte, waren recht eindimensional gezeichnet. 

Auf der Plus-Seite des Drehbuchs von Katrin Bühlig ist zu vermerken, dass es dem Fall gelang, diese Lebensform nicht vorschnell holzschnittartig moralisch abzuurteilen. Inklusive kleiner Belehrung, was Polyamorie ist, nämlich das offene Ausleben mehrerer Liebesbeziehungen mit Ansage. Wofür der Architekt eben gerade nicht stand.

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