Krimi-Reihe im Ersten

TV-Kritik zum Ludwigshafener Tatort: Einkehr im Gruselhotel

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Ratlos: Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) hört im Hotel Geräusche.

Die Folge "Waldlust" war spannend, überraschend und von einer dichten Authentizität, meint unsere Kultur-Redakteurin Bettina Fraschke zum Ludwigshafener Tatort des SWR.

Das waren Profis. Im Unterschied zum vielgeschmähten „Tatort: Babbeldasch“, in dem vor einem Jahr Amateure für den SWR improvisierten, ließen sich jetzt gestandene Darsteller auf Axel Ranischs Regie-Experiment ein. Und das bemerkte man überaus positiv.

Die Folge „Waldlust“ war spannend, überraschend und von einer dichten Authentizität, die wahrscheinlich genau dadurch entstand, dass die Darsteller um Ulrike Folkerts als Kommissarin Lena Odenthal beim chronologischen Dreh selbst nicht wussten, was Autor Sönke Andresen sich als Handlung ausgedacht hatte. Wer war der Mörder damals, wer hat die Gräueltaten heute zu verantworten? Diese Entdeckerlust merkte man dem starken Ensemble an. der Spielort war super gewählt, das Gruselhotel erinnerte an klassische Horrorfilm-Motive.

Besonders hervorzuheben war die Leistung von Eva Bay als Tochter Dorothee, die ihre Figur brillant am Rande des Wahnsinns zeichnete (und oft auch ein bisschen drüber), ohne, dass das – wie sonst häufig – peinlich oder zu viel wurde.

Die „Tatort“-Reihe wagt immer wieder viel. Das ist respektabel. Manchmal geht das schief, oft gelingt es aber gut, wie hier.

Zur ARD-Mediathek mit der Tatort-Folge "Waldlust"

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