TV-Kritik zum Wiener-"Tatort": Abscheuliche Abgründe

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Sehen sich mit brutaler Gewalt konfrontiert: Bibi Fellner (Adele Neuhauser) und ihr Kollege Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) in der Folge "Wehrlos" des Wiener "Tatorts".

Erniedrigende Praktiken und sadistische Gewalt: Der Wiener-"Tatort" war bedrückend aktuell, meint HNA-Redakteurin Maja Yüce.

Es ist erst wenige Wochen her, dass an einer Kaserne für Elitesoldaten im baden-württembergischen Pfullendorf abscheuliche Ausbildungspraktiken und Gewaltrituale aufgedeckt wurden. Es ging um Erniedrigungen von Rekruten – Gewaltrituale bis hin zur sexuellen Nötigung. 

Im Wiener „Tatort: Wehrlos“, wurden Schüler von ihren Polizeiausbildern drangsaliert. Sexuelle-sadistische Praktiken ihrer Kollegen deckten Major Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Majorin Bibi Fellner (Adele Neuhauser) in dem heiklen Fall (Regie: Christopher Schier) auf.

Wie es Neuhauser gelang, die innere Zerrissenheit und Verletzlichkeit der trockenen Alkoholikerin und einsamen Singlefrau Fellner regelrecht spürbar zu machen, beeindruckte. So düster, wie die Szenen in der trostlosen Wiener Polizeischule wirkten, so finster war dann auch der Blick auf die unterschiedlichen Formen von Missachtung und Entwürdigung: von verbaler Schmach bis hin zu konkreten sadistischen Grausamkeiten. Einer der Schüler sah nur durch Selbstmord eine Chance, der Gewaltspirale zu entgehen. Dass dieser der Sohn des vorbildlichen Polizeibeamten Pohl (Alexander Strobele) war, der in seinem letzten Fall zum Rächer der Gerechtigkeit wurde, war ein zu konstruiertes Ende, dass der bedrückend aktuelle Fall nicht nötig gehabt hätte.

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