TV-Tipp aus dem Netz: Aus Iran stammender NDR-Reporter zu Gast bei Nazis

Neonazi Sven Krüger (links) mit NDR-Reporter Michel Abdollahi. Foto: ndr

Ein aus dem Iran stammender NDR-Reporter wohnte vier Wochen lang im berüchtigten Nazi-Dorf Jamel in Mecklenburg. Seine sehenswerte Reportage entlarvt die Menschenhasser.

Das Fiese an der NDR-Doku „Im Nazidorf“ ist, dass man die Rechtsradikalen ein bisschen sympathisch findet. Vier Wochen hat der Reporter Michel Abdollahi in Jamel gelebt, jenem 35-Seelen-Dorf in Mecklenburg, das sich als „frei, sozial und national“ bezeichnet.

Es gibt einen Wegweiser, der zeigt, wie weit es bis Adolf Hitlers Geburtsort ist. Die Scheune eines linken Künstlerpaars wurde im Sommer abgefackelt. Hier wollte der in Teheran geborene Abdollahi mit den Nazis ins Gespräch kommen.

Den vorbestraften Dorfchef lädt er zu Couscous-Salat ein. Und als er der NPD-Politikerin erklärt, dass er von zwei Kulturen geprägt sei, erklärt die ihm freundlich, das gehe nicht: „Jesus ist in einem Stall geboren und ist auch kein Esel.“ Wenn man nicht wüsste, wie vielen Menschen diese Leute das Leben zur Hölle machen, könnte man darüber lachen.

Die sehenswerte Reportage, die Anfang Oktober im NDR lief, wurde bei Youtube mittlerweile mehr als 25.000 Mal angeklickt. Im Gedächtnis bleibt vor allem die Antwort des Obernazis auf die Frage, was er machen würde, wenn Flüchtlinge nach Jamel kämen: „Das Problem ist: Wenn man sie wirklich kennenlernt, kann man sie nicht hassen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.