Anna Depenbusch und Band brachten viel Musik und maritimes Lebensgefühl mit nach Vellmar

Über die Liebe der Matrosen

Ihre Lieder sind kein Trick: Anna Depenbusch bei ihrem Auftritt beim Sommer im Park. Foto: Fischer

Vellmar. Viele Künstler sagen von sich selbst, sie könnten nur kreativ sein, wenn es ihnen nicht gut geht. Vielleicht geht es auch Anna Depenbusch so. Viele ihrer Lieder handeln von Abschied, von gebrochenen Herzen. Aber wer einen ihrer Auftritte sieht, der weiß, was sie glücklich macht: vor Menschen singen. Beim Sommer im Park in Vellmar (Kreis Kassel) am Samstag strotzte die Hamburger Sängerin vor Energie und begeisterte die Zuschauer auch mit charmanten Geschichten darüber, wie ihre Songs entstanden sind.

Anna Depenbusch betreibt aber nicht nur Konversation auf der Bühne. Unheimlich kraftvoll, treibend klang ihre Stimme, umrahmt von ihren vier sehr begabten Musikern. Großen Jubel bekam sie für ihren Konzerteinstieg, das Lied „Berlin“, geschrieben für eine Freundin, die von Hamburg nach Berlin gezogen war. „Es ist ein ganz besonderer und wehmütiger Abend“, erklärte sie. „Wir spielen dieses Programm und viele Songs in diesem Programm heute zum letzten Mal - der nächste bleibt aber vielleicht drin, das muss ich mir noch durch den Kopf gehen lassen.“ Verdient hätte „Wir sind Hollywood“ das sicher, so ironisch spielt das Stück mit Schein und Sein: „Wir wären nicht was wir sind ohne ein Stück Illusion, wir wüssten nicht mehr wohin, nicht zurück, nicht nach vorn.“

Wichtig für Anna Depenbusch sind das Meer und das maritime Leben. „Wir brauchen dieses Lebensgefühl und singen gern Lieder über das Meer“, erklärte sie. Zum Beispiel die „Haifischbar-Polka“ über eine betrogene Matrosenfreundin oder „Ebbe und Flut“. Das handelt vom Warten - für Anna Depenbusch eine ausgezeichnete Sache: Es biete Platz für Unerwartetes und Neues.

Zum maritimen Lebensgefühl gehört auch, dass sich Anna am liebsten von Männern in Matrosenanzügen ansprechen lässt. Wer dazu noch einen Kartentrick beherrscht, der habe ihr Herz so gut wie gewonnen, verriet sie.

Nachdem Anna Depenbusch für ihre bekannten Songs wie „Tim liebt Tina“, „Kommando Untergang“ und „Alles auf Null“ viel Jubel geerntet hatte, war er ganz plötzlich vorbei, der letzte Auftritt der aktuellen Tour. Beim Schlussapplaus sah die Sängerin ein bisschen mitgenommen aus. Doch sie kam wieder für drei Zugaben. Danach nahm sie sich noch viel Zeit für Autogrammwünsche und Liebesbekundungen, vielleicht auch von Matrosen und Kartenkünstlern.

Von Friederike Schockenhoff

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.