Ausdrucksstark: Jungstudenten präsentierten anspruchsvolle Werke in der Musikakademie

Über Schülerleistungen hinaus

Voller Konzentration: Am Klavier begleitet von Shanji Quan, musizierte Joanna Wilkin die Cello-Elegie von Fauré in der Musikakademie. Foto: Zgoll

Kassel. Manche Komponisten wären erstaunt, wie ihre eigentlich für Profimusiker geschriebenen Werke heute schon von Schülern auf eindrucksvollem Niveau interpretiert werden. So ging auch der Dienstagabend mit Jungstudierenden der Musikakademie meist über „Schülerliteratur“ hinaus. Mitwirkende kamen aus Klassen von Angela Hug, Wolfram Geiss, Tianwa Yang, Joachim Arndt, Jens Josef und Joachim Kirschner.

In die Epoche des Barock führten sowohl Johanna Schiller als auch Katharina Marx (Altblockflöte), die zur Cembalobegleitung eine affektgeladene, vor allem im Schlusssatz äußerst lebendige Solo-Sonate von Telemann und ein virtuos eilendes Solokonzert von Vivaldi vortrugen.

In starkem Kontrast folgte die ausdrucksstarke Gefühlswelt der Romantik. Joanna Wilkin spielte die melodiöse Cello-Elegie von Fauré zwar etwas auf Sicherheit bedacht, dafür aber mit sehr schöner Tongebung (Klavier: Shanji Quan). Kapriziöse, spätromantische Virtuosität folgte mit Sarasates Zigeunerweisen, die der jungen Geigerin Shu Yi Danneil auswendig und (gerade auf den tiefen Saiten) eindringlich gelangen.

Ein Nocturne des Flötenvirtuosen Franz Doppler und Mendelssohns „Lied ohne Worte“ für Cello eint die romantisch-gelöste Stimmung und ein aufgewühlter Mittelteil. Überzeugend und altersgemäß virtuos gelang dies Olga Koring und Lilly Wiegand (Flöte und Klavier) sowie Gordian Sandberg (Cello).

Ebenfalls für das tiefe Streichinstrument waren zwei der anspruchsvollsten Werke des Abends komponiert: Ikse Eom präsentierte das sprühende Finale aus Haydns C-Dur-Konzert gefasst und pointiert. Besonders tief gehend, stilsicher und aussagekräftig gelang Silas Neuhof der erste Satz aus Dvoraks Cellokonzert (Klavier: Seulki Lee). Rund 50 Zuhörer waren begeistert.

Von Felix Werthschulte

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