Werner Herzog ist Jurypräsident der Berlinale

Über sich hinaus wachsen

Berlin. Am heutigen Samstag muss Werner Herzog seine Mannschaft besonders bei Laune halten. Er ist Präsident der Berlinale-Jury, die tagt und am Abend bekanntgibt, wer den Goldenen und die sechs Silbernen Bären des Festivals erhält.

20 Filme konkurrieren in der Königsdisziplin. „Ein großer Film wird sich zu erkennen geben“, hatte der Regisseur bei der Vorstellung der Berlinale-Wettbewerbsjury gelassen gesagt. Und betont, dass das Gremium ideologiefrei an die Entscheidung herangeht. So viel definierte er dann aber doch: Ein großer Film zeichne sich vor allem durch Wahrhaftigkeit aus.

Mit Herzog entscheiden die italienische Regisseurin Francesca Comencini, der somalische Schriftsteller Nuruddin Farah, der spanische Produzent José Maria Morales sowie die Schauspielerinnen Yu Nan (China), Cornelia Froboess (Deutschland) und Renée Zellweger (USA).

Mit rund 50 Filmen, darunter „Jeder für sich und Gott gegen alle“ (1974), „Fitzcarraldo“ (1982) oder „Nosferatu“ (1979) wurde Herzog ebenso bekannt wie durch seine Zusammenarbeit mit Schauspielgenie Klaus Kinski. Immer wieder porträtierte der als manischer Arbeiter geltende Filmemacher Menschen, die über sich hinauswachsen. Herzog steht für den Aufbruch des deutschen Films in den 70er-Jahren. Schon mit seinem Spielfilmerstling „Lebenszeichen“ war Herzog 1968 auf der Berlinale - und erhielt einen Silbernen Bären.

Beim Rückblick auf die frühen Jahre des Festivals kommt Herzog das Abgeschottetsein in den Sinn. Er hat dann auf eigene Faust ein Kiezkino in Neukölln gemietet, um Berlinalefilme zu zeigen. Und freut sich, dass die Berlinale heute ein echtes Publikumsfestival ist. Aufgewachsen ist der 67-Jährige in Bayern auf einem Einödhof, seit 1996 lebt er in Los Angeles. Er ist zum dritten Mal verheiratet und hat drei Kinder. Seit den 80er-Jahren inszeniert Herzog auch Opern. Nächste Woche kommt sein Film „Bad Lieutenant“ ins Kino, ein Remake des Polizeidramas mit Nicolas Cage.

3Sat überträgt von der Berlinale ab 19.20 Uhr

Von Bettina Fraschke

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