Die Überlebende: Marianne Faithfull wird 65

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Marianne Faithfull in den 60ern an der Seite von Mick Jagger.

Ich bin gesund, ungebunden und gehe in meinem Leben völlig auf“, hat Marianne Faithfull, die heute vor 65 Jahren in Hampstead geboren wurde, Anfang dieses Jahres in einem Interview gesagt. Es sei großartig, dass keine Sucht, Krankheit oder Depression sie ablenke, dass sie sich auf ihre Musik konzentrieren könne.

Auftritt 2010 im Kasseler Kulturzelt.

Drogenabhängigkeit, Obdachlosigkeit, Brustkrebs, drei gescheiterte Ehen - die Sängerin („As tears go by“, „The Ballad of Lucy Jordan“) und Schauspielerin („Intimacy“) hat so viele Totalabstürze erlebt, dass ihr Überleben unwahrscheinlich anmutet. Noch keine 20, engelhaft blond, so war sie im London der „Swinging Sixties“ aufgetaucht, an der Seite der Rolling Stones bekannt geworden und dann als Junkie kaputtgegangen. Ihre markante, brüchige, raue Stimme zeugt von diesen Brüchen ihres Lebens. Im Sommer 2010 beeindruckte sie mit diesem melancholischen Ausdruck in einem kurzen, aber intensiven Konzert im Kasseler Kulturzelt.

„Aber eins weiß ich heute mit Sicherheit: dass die Show nämlich nicht weitergehen muss“, schrieb die Mutter eines Sohnes 2009 in ihren hochgelobten Erinnerungen. Sie macht aber immer weiter, zog sich aus dem Sumpf der Sucht, zuerst 1979 mit dem Album „Broken English“, sang später Brecht/Weill bei den Salzburger Festspielen und in Robert Wilsons „The Black Rider“. Und sie arbeitete mit Musikern wie Metallica, Nick Cave, Jarvis Cocker, Beck und Blur zusammen. Anerkennung heimste sie auch für ihre Hauptrolle im Film „Irina Palm“ ein: als ältliche Hausfrau, die ins Rotlichtmilieu umsteigt.

Von Mark-Christian von Busse

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