Kunst des Tarots: Ausstellung im Rondell 

Bunt leuchten die Bilder in der alten Befestigungsanlage: Installation mit Tarot-Karten von Ugo Dossi. Foto:  Schmidt

Kassel. Tarot-Karten faszinieren den Künstler Ugo Dossi (70) seit mehr als 40 Jahren. 2008 hat er begonnen, die 22 Trumpfkarten des geheimnisvollen Spiels zu überarbeiten. Eine Installation mit dreizehn seiner Motive ist unter dem Titel „Second Life. Allegorien und Archetypen“ zurzeit im Rondell an der Schlagd zu sehen.

Ugo Dossi ist Professor an der Akademie der Bildenden Künste in München. 1977 nahm er an der documenta 6, 1987 an der documenta 8 teil. Die 13 gut einen Meter hohen Motive sind hinter Glas gedruckt und werden von unten beleuchtet. So bilden sich Schatten auf den Holzplatten dahinter. Klar und bunt leuchten Dossis Karten in dem dunklen Gewölbe der jahrhundertealten Befestigungsanlage.

Punkte statt Zahlen

Grundlage für Dossis Neubearbeitung sind die Tarotkarten von Oswald Wirth von 1889. Mit der Überarbeitung hat Ugo Dossi die Motive klarer, heller, leuchtender, plastischer und universeller gemacht. Statt durch arabische Zahlen nummeriert Dossi seine Trümpfe durch die entsprechende Anzahl von Punkten. Auf die übliche Beschriftung der Karten wie etwa „Der Narr“, „Der Wagen“ und „Der Tod“ verzichtet der Künstler ganz.

Das Tarotspiel soll ein Bilderschlüssel zu einem Modell des inneren Menschen und des gesamten Universums sein. Es wird von Wahrsagern und zur Selbsterkenntnis genutzt. Mit seiner Neubearbeitung möchte Ugo Dossi wieder die ganze poetische Kraft der Bilder entfalten. Ohne jemals ein Buch über die Bedeutung von Tarotkarten gelesen zu haben, sollen Dossis allegorische Bilder an das kollektive Gedächtnis des Betrachters anknüpfen und so auf das Unbewusste überspringen.

Rondell an der Schlagd, bis 17. Juni, täglich von 17 bis 20 Uhr, Eintritt frei.

Von Valerie Schmidt

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