Überzeugendes Konzert des Kasseler Uniorchesters

Warfen sich bei Beethovens Tripelkonzert mit dem Orchester die Bälle zu: Die Solisten (von links) Elvan Schumann (Violine), Manfred Schumann (Violoncello) und Hellmuth Vivell (Klavier). Rechts Dirigent Malte Steinsiek. Foto: Schachtschneider

Kassel. Bereits vor dem Konzert gab es an der Tür der Martinskirche großen Andrang: Etwa 650 Zuhörer ließen sich den Auftritt des Sinfonieorchesters der Universität Kassel am Freitagabend nicht entgehen.

Unter der Leitung von Malte Steinsiek präsentierten 56 junge Musiker eine spielerische Bandbreite von bemerkenswertem Niveau.

Besonders mit Spannung erwartet wurde das Tripelkonzert op. 56 für Violine, Violoncello, Klavier und Orchester von Ludwig van Beethoven, bei dem der Uni-Klangkörper auf professionelle Solisten vom Staatsorchester und der Universität setzen konnte.

Überzeugend ließ Pianist Hellmuth Vivell kapriziöse Tongirlanden entstehen, während sich Cellist Manfred Schumann in seinem anspruchsvollen Part in die höchsten Lagen des Instruments emporschraubte und sein Cello mit atemberaubenden Begleitfiguren surren ließ. Klangschön und ausdrucksstark zauberte die Geigerin Elvan Schumann vor allem die lyrischen Passagen des Kopfsatzes. Nach der intensiven Kantilene des Largos brillierten Solisten und Orchester gleichermaßen im ohrwurmtauglichen Finalsatz, den Malte Steinsiek mit Rücksicht auf die Kirchenakustik behutsam anging, und warfen sich auf humorvolle Art die musikalischen Bälle zu.

Gut gelangen auch die beiden kleineren Werke des Abends: Das dissonanzenreiche, melancholisch gefärbte „Cantabile per archi“ von Peteris Vasks kontrastierte mit dem lebendigen, von den zehn Holzbläsern mit Verve gespielten Kopfsatz aus Joachim Raffs „Sinfonietta“.

Als deren „große Schwester“ bildete Joseph Haydns „Londoner Sinfonie“ Nr. 104 einen feierlichen, die Leistung des Orchesters wie in einem Brennglas summierenden Abschluss, der mit viel Zwischenapplaus belohnt wurde.

Von Felix Werthschulte

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