Umsonst, draußen und noch größer: Das Festival des Schlachthofs

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Vorreiter der Balkan-Pop-Welle: Der Frankfurter DJ und Musiker Stefan Hantel alias Shantel.

Kassel. Selbst mit dem Wetter dürfte jetzt nichts mehr schiefgehen beim Musikfestival Mind the Gap, das das Kulturzentrum Schlachthof am 24. und 25. August veranstaltet.

In den vergangenen beiden Jahren waren die Zuschauer im Kasseler Nordstadtpark stets nass geworden oder hatten gefroren. Nun haben die Organisatoren mit dem Stiftungsverbund von SMA einen neuen Hauptsponsor.

Mit 15.000 Euro unterstützt die von den Gründern des Solartechnikherstellers ins Leben gerufene gemeinnützige GmbH den 25.000 Euro umfassenden Etat. Wer sollte sonst für ein paar Sonnenstrahlen sorgen können, wenn nicht die Unternehmer, die mit Sonnenenergie groß geworden sind.

Aus dem hohen Norden: Die Flensburger Punk-Band Turbostaat mit (von links) Peter Carstens, Marten Ebsen, Tobert Knopp, Rotze Santos und Jan Windmeier.

Natürlich weiß Wolfram Benczek vom Schlachthof, der das zweitägige Programm mit dem Kasseler Konzertveranstalter Henning Beste zusammengestellt hat, dass man gutes Wetter nicht kaufen kann. Aber die Finanzspritze hat „Nordhessens einzigem nichtkommerziellen Umsonst-und-Draußen-Festival“, wie die Macher ihr Kind nennen, gut getan. Anders als in den ersten beiden Jahren, als vor allem Indie-Acts auftraten, können sie sich nun etablierte Musikstars leisten, die beste Unterhaltung für ein anspruchsvolles Publikum versprechen - und das für lau mitten in der Stadt.

Der Frankfurter DJ Stefan Hantel alias Shantel war Vorreiter der Balkan-Pop-Welle, hat osteuropäischen Brass-Sound in den Clubs populär gemacht und ist Headliner am Eröffnungstag. Am Samstag folgt das Flensburger Quintett Turbostaat, das als eine der wichtigsten deutschen Punk-Bands gilt, sowie die mexikanische Mestizo-Combo Panteón Rococó, die in ihrer Heimat Stadien füllt. Dazu kommen regionale Künstler, eine zweite kleine Bühne für Akustik-Acts sowie am Samstag das Zirkusprojekt „Zirku Topia“, bei dem sich die Kinder austoben können.

„Es soll ein Festival für viele Generationen werden“, sagt Benczek. Den Namen Mind the Gap haben die Organisatoren auch gewählt, weil sie den Spalt in der Gesellschaft überbrücken wollen. Hoffentlich bekommt der Sommer nun keine Lücke mehr. Bei der Premiere 2010 und im vorigen Jahr kamen jeweils 1500 Gäste. Die neue Infrastruktur ist dagegen für 5000 Besucher ausgelegt. Organisatorisch sind es sonnige Aussichten.

Die Künstler

Freitag, 24. August

18 Uhr: Shemes. New Wave aus Kassel.

20 Uhr: Shantel & Bucovina Club Orkestar. Der deutsche Meister des Balkan-Pop.

22 Uhr: She’s All That. Durchgeknallte Freaks machen Party zu fetten Elektronik-Beats.

Samstag, 25. August

15.30 Uhr: Müller & Friend. Die Kasseler Jürgen Müller und Bernd Riehl spielen Rock, Pop und Folk.

17 Uhr: Hank & Die Shakers. Die Kasseler Combo hat sich dem Western-, Balkan- und Morricone-Sound verschrieben.

18.30 Uhr: Turbostaat. Das Quintett aus Flensburg ist eine der wichtigsten deutschen PunkBands.

20 Uhr: Panteón Rococó. In ihrer Heimat sind die Mexikaner mit ihrem Mestizo-Sound große Stars.

22 Uhr: Ira Atari. Heimspiel der Kasseler Electro-Queen, die jetzt in Berlin lebt.

Ort: Nordstadtpark, Eintritt frei

www.mindthegap-openair.de

Von Matthias Lohr

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