Neu im Kino: „Unstoppable“ ist rasantes Actionkino über einen Güterzug

Ungebremst durchs Land

Gefährlicher Versuch: Frank Barnes (Denzel Washington) versucht, den rasenden Zug zu stoppen. Foto:  dapd

Tony Scott war immer der kleine Bruder des großen Ridley Scott, der mit Filmen wie „Blade Runner“, und „Gladiator“ Filmgeschichte geschrieben hat. Tony backt in der Familie die kleinen Brötchen, sammelt keine Oscar-Nominierungen, hat sich dem Actionkino verschrieben und gilt als Routinier in diesem Genre.

Und auch sein neuer Film „Unstoppable“ überzeugt mehr durch solides Handwerk als durch filmkünstlerische Originalität. Nach „Die Entführung der Pelham 123“ bleibt Scott dem Schienenverkehr treu. Aber hier sind es nicht geldgierige Finsterlinge, die sich eines Zuges bemächtigen, sondern ein schusseliger Rangierarbeiter, der das Unheil in Gang setzt. Erst vergisst er, die Bremskabel miteinander zu verbinden und dann steigt er aus dem langsam rollenden Zug aus, um eine Weiche umzustellen.

Giftige Fracht

Der Gashebel verrutscht, die Lok nimmt Fahrt auf und rast fortan eineinhalb Kinostunden ungebremst durch das Land. Um die Sache etwas spannender zu machen, ist erstens eine Schulklasse auf dem gleichen Gleis unterwegs, sind zweitens einige der Waggons mit hochgiftigen Chemikalien beladen, wartet drittens wenige Meilen entfernt in einem dicht besiedelten Gebiet eine scharfe Kurve direkt neben Treibstofflagern. Eine kontrollierte Entgleisung, wie sie die verantwortungsbewusste Rangiermeisterin Connie Hooper (Rosario Dawson) anregt, wird vom Aufsichtsrat und dem Golf spielenden Firmenchef aus Kostengründen abgelehnt. Der Versuch, einen Soldaten per Helikopter auf den Zug abzuseilen, endet tödlich.

Die wahren Helden kommen in „Unstoppable“ nicht aus dem Himmel oder der Chefetage, sondern von unten aus der Arbeiterklasse. Der erfahrene Zugführer Frank Barnes (Denzel Washington) und sein junger Kollege Will Colson (Chris Pine), die mit ihrer Lok auf derselben Strecke unterwegs sind, entschließen sich, die Verfolgung aufzunehmen, um hinten an den Todeszug anzukoppeln und diesen auszubremsen. Scott lotet die Möglichkeiten, die sich für einen Actionfilm im beengten Setting des Schienenverkehrs bieten, gründlich aus. Das Fehlen eines Bösewichtes gleicht der Film durch Tempo und rasante Schnittfolgen aus. Etwas bemüht wirken die Versuche, den beiden Alltagshelden ein komplexes Privatleben anzudichten.

Als geradliniges Actionkino, das auf digitale Mätzchen und 3D-Schnickschnack verzichtet, funktioniert der Film, trotzdem bestens. Spannendes, kompaktes Popcornkino.

Genre: Action

Altersfreigabe: ab 12

Wertung: !!!::

www.hna.de/kino

Von Martin Schwickert

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