Galerie Coucou zeigt in der Gruppenausstellung „Samowar“ Arbeiten von 14 Künstlern

Ungetüm und leise Töne

Aus Klang wird Form und Farbe: Unbetiteltes Acrylgemälde von Walter Peter. Foto: Fröhlich

Kassel. Die in Hamburg lebende Künstlerin Tomoko Goto hat einen Adventskalender der besonderen Art erdacht: Jeden Tag im Dezember zeichnet sie ein postkartengroßes Bild. Wer in der Kasseler Galerie Coucou nun ein Werk aus dieser Serie („Adventspost“) erwirbt, der muss sich überraschen lassen: Das Bild wird ihm von der Künstlerin zugeschickt, aber was genau er bekommt, sieht der Käufer (oder ein von ihm Beschenkter) erst, wenn die Karte angekommen ist - in der aktuellen Ausstellung hängt nur ein Stellvertreter.

Wie schon im letzten Jahr zeigt Coucou unter dem Titel „Samowar – Kunst, Tee und Sensationen“ eine Reihe von Künstlern, die zum Teil bereits in vergangenen Ausstellungen der Galerie vertreten waren, viele davon Absolventen der Kasseler Kunsthochschule.

Den Titel darf man wortwörtlich nehmen, nicht nur weil dem Besucher Tee aus einem russischen Samowar kredenzt wird, sondern auch, weil es sich bei den gebotenen „Sensationen“ mehr um Sinneseindrücke handelt als um großes Spektakel.

Ob Rana Matloubs Umrisszeichnungen oder Matthias Buermanns Serie „the community“, die sich aus Kreisen und kurzen Schriftzügen zusammensetzt: Es dominieren die leisen Töne, die Reduktion, das kleine Format. Als Ausnahmen fallen die beiden Beiträge von Katrin Leitner und Walter Peter ins Auge, die man auch als Mitglieder des Künstlerkollektivs HÜX’L XL kennt.

Leitner vernetzt in ihrer farbigen Zeichnung die verschiedensten organischen und technischen Formen zu einer riesigen Assoziationsmaschine. Auf Peters Acrylgemälde greift ein blaues Sound-Ungetüm aus dem Lautsprecher nach einem davor kauernden Zuhörer. Aus Klang wird Form und Farbe.

Galerie Coucou, Werner-Hilpert-Straße 8, bis 18.12., tägl. 16.30 bis 20 Uhr, www.coucou-coucou.com

Von Fabian Fröhlich

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