Unheilbar im Irrenhaus

Mehr als tausend Gäste bei der Classic Night in der Königs-Galerie  

Boten unterschiedliche Farben und Stimmungen: Die Musiker des Staatsorchesters unter der Leitung von Patrik Ringborg in der Kö-Galerie. Auf der Treppe sangen Nina Bernsteiner und Johannes An ihr Duett. Foto: Malmus

Kassel. „Jedes Theater ist ein Irrenhaus, aber die Oper ist die Abteilung für Unheilbare“, hatte schon im 19. Jahrhundert der Theaterintendant Franz von Dingelstedt bemerkt. Bei der Classic Night in der Königs-Galerie zitierte die locker parlierende Moderatorin Insa Pijanka den launigen Spruch.

Wenn man in diesem Sinn ein Fazit ziehen darf: Kassels Abteilung für Unheilbare wusste sehr zu gefallen.

Solisten des Opernensembles und das Staatsorchester präsentierten unter der Leitung von Generalmusikdirektor Patrik Ringborg handverlesene Klassikhits. Zum Beispiel die Puccini-Arie „E lucevan le stelle“, bei der Johannes An mit gewinnendem Tenor und viel Emotion glänzte.

Oder das Blumenduett aus Léo Delibes’ „Lakmé“. Die Sopranistin Linlin Fan und die Mezzosopranistin Ulrike Schneider sangen es ganz bezaubernd.

Als Papageno kam der Bassbariton Marc-Olivier Oetterli vorbei, und neben der Oper fehlte auch nicht die Operette - hier vertreten durch Emmerich Kálmáns „Csárdásfürstin“. Johannes An ließ in Duetten mit den darin ebenso beschlagenen Sopranen Nina Bernsteiner und LinLin Fan seinen Charme spielen.

Wie von dem Dirigenten Patrik Ringborg zu erwarten, gab es in der Orchestermusik unterschiedliche Farben und Stimmungen. Prächtiges wie die große Polonaise aus Tschaikowskys „Eugen Onegin“, aber auch das zarte „Greensleeves“. Ein reizender Tango des Schweden Evert Taube erzählte von Fritiof und Carmencita.

Gegen Ende ging es nochmals zu Emmerich Kálmán: Von drei Sängerinnen flankiert, philosophierte der Bariton Jürgen Appel darüber, dass ganz ohne Weiber die Chose nicht geht. Da konnte es nur kräftigen Beifall der 1050 Gäste geben - und als Zugabe den „Einzug der Gladiatoren“.

Von Georg Pepl

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