Neu im Kino: "Wunderkinder" im II. Weltkrieg

Ersehnen das künstlerische Zusammenspiel: Die jungen Musiker Elin Kolev als Abrascha (von links), Mathilda Adamik als Hanna und Imogen Burell als Larissa. Foto:  dpa

Nur schemenhaft sieht man ihn für einen kurzen Augenblick in der Loge sitzen: Genosse Stalin, wie er den jungen Musikern Beifall klatscht. Verschwommen ist die Sicht der Kinder auf die Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts, aber schon bald werden sie in deren Abgründe hineingezogen.

Der Nachwuchsviolinist Abrascha (Elin Kolev) und die junge Pianistin Larissa (Imogen Burell) werden im Sommer 1941 in der Ukraine als Wunderkinder gefeiert. Auch Hanna (Mathilda Adamik), Tochter des deutschen Brauereibesitzers Reich (Kai Wiesinger), ist eine begabte Geigerin. Die Drei freunden sich an, aber da künden schon die ersten Jagdflugzeuge, dass der Zweite Weltkrieg nun auch die Ukraine erreicht hat.

Nach Hitlers Überfall auf die Sowjetunion müssen sich die Reichs vor den Häschern des sowjetischen Geheimdienstes verstecken. Abraschas und Larissas Eltern helfen ihnen dabei, aber als die Deutschen einmarschieren, sind nun sie es, die sich als Juden vor den neuen, antisemitischen Machthabern in Sicherheit bringen müssen.

Aus der Perspektive der Kinder

Aus der Perspektive der befreundeten Kinder blickt Marcus O. Rosenmüllers Film „Wunderkinder“ auf die grausamen Wirren des Zweiten Weltkrieges in der Ukraine. Etwas schematisch setzt Rosenmüller den natürlichen Humanismus der Kinder gegen das menschenverachtende Treiben deutscher und sowjetischer Machthaber.

„Wunderkinder“ sieht man in jeder Einstellung seine Konzeption als TV-Produktion an, die die Zuschauer inhaltlich und ästhetisch immer fest bei der Hand nimmt und ihre humanistische Botschaft überdeutlich ausformuliert. Mit mehr Mut zur Widersprüchlichkeit hätte man aus dem spannenden Material sicherlich einen weitaus interessanteren Film machen können.

Genre: Drama

Altersfreigabe: ab 6

Wertung: !!:::

www.hna.de/kino

Von Martin Schwickert

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