Jazz für die Ewigkeit

Unser CD-Tipp: "Charlie Haden - Jim Hall"

Die Songs des Albums "Charlie Haden - Jim Hall" wurden 1990 in Montreux aufgenommen - jetzt erscheint der Mitschnitt. Die Platte ist ein Meisterwerk.

Zwei der ganz großen Jazzer haben vor Kurzem diese Welt verlassen: Bassist Charlie Haden im Juli, Gitarrist Jim Hall im Dezember vorigen Jahres. Ausgerechnet das in diesem Jahr wiederbelebte Jazzlabel Impulse, bis dahin zehn Jahre im Dornröschenschlaf, lässt die beiden nun musikalisch auferstehen.

Die Songs des nun erschienenen Albums „Charlie Haden - Jim Hall“ wurden im Juli 1990 beim Jazzfestival in Montreal aufgenommen. Haden und Hall spielen, dass die Funken sprühen. Es ist die typische Spielweise, die beide unabhängig voneinander so hörenswert macht: dezent, zurückhaltend und eben doch präsent. Von Thelonious Monks „Bemsha Swing“ über Hadens seiner Frau gewidmeten Hymne „First Song“, Standards wie „Body And Soul“ und „Skylark“, den Eigenkompositionen bis hin zu Ornette Colemans „Turnaround“ heben die beiden ab. Beseelt, magisch, schön, ohne musikalisches Muskelspiel, traumhaft zu hören bei Halls „Down From Antigua“.

Ein Farewell zweier Giganten. „Charlie Haden - Jim Hall“ ist ein einzigartiges Tondokument zweier Meister des modernen kammermusikalischen Jazz im kongenialen Zusammenspiel. Ausnahmegitarrist Pat Metheny trifft den Nagel auf den Kopf, wenn er sagt: „Was für ein Genuss, zwei meiner Helden und meine bevorzugten Duett-Partner in dieser Einstellung zusammen zu hören. Eine Aufnahme für die Ewigkeit.“ Peter Fritschler Charlie Haden - Jim Hall (Universal).

Wertung: Fünf von fünf Sternen

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