Unser Lied für Rotterdam

Ben Dolic (22) wird mit dem Lied „Violent Thing“ für Deutschland beim ESC 2020 im niederländischen Rotterdam an den Start gehen. Das verkündete die Deutsche Presse-Agentur. Heute Abend wird Moderatorin Barbara Schöneberger in der Show „Eurovision Song Contest 2020 – Unser Lied für Rotterdam“ den Musiker und das Lied auf One präsentieren. 

Dolic hatte 2018 bei „The Voice of Germany“ den zweiten Platz belegt. Der Musiker mit slowenischen Wurzeln wurde in diesem Jahr nicht von den Fernsehzuschauer ausgewählt, sondern bereits im Dezember aus 607 Künstlern von der „Eurovisions-Jury“, die eigens für diesen Anlass vom NDR ins Leben gerufen worden ist.

Denn im letzten Jahr floppte Deutschland beim ESC: Das Musik-Duo Sisters landete 2019 auf dem 25. und damit vorletzten Platz. Auch in den Jahren davor belegte Deutschland stets einen der hinteren Plätze – mit einer Ausnahme: 2018 schaffte es Michael Schulte auf den 4. Platz. Den letzten Erfolg konnte Lena Meyer-Landrut feiern. Mit „Satellite“ hat sie den ESC 2010 gewonnen.

In diesem Jahr soll alles anders werden. Das wünscht sich zumindest der NDR und schaffte die Vorentscheid-Show ab. Stattdessen setzte der Sender bei der Auswahl des Beitrags auf das Bauchgefühl von Experten. Die wichtigsten Fragen zum neuen Auswahlverfahren:

Wer sind die Experten?

Die Expertengruppe – oder „Eurovisions-Jury“ – besteht aus zwei unabhängigen und eigens für den Contest zusammengestellten Gremien – Experten und Zuschauern. Damit orientierte sich der NDR an der regulären Punktevergabe beim ESC. Der eine Teil der „Eurovisions-Jury“ besteht aus 20 internationalen Musikexperten. Diese haben alle schon einmal zur nationalen ESC-Jury in ihrem Heimatland gehört. Im zweiten Teil – der Zuschauerjury – sitzen 100 ESC-Kenner, also Menschen aus ganz Deutschland, die beim ESC 2019 ein gutes Gespür für die Platzierungen bewiesen.

Was heißt in diesem Fall gutes Gespür?

Die Mitglieder der „Eurovisions-Jury“ haben im Vorfeld des ESC-Finales 2019 Tipps zur Platzierung der Beiträge abgegeben und lagen besonders nah am tatsächlichen Ergebnis.

Wer konnte mitmachen?

Alle Menschen, die der Aufruf des NDR bei Facebook erreicht hat, konnten ihre Tipps abgeben. Die nationalen Bewerber mussten dann online bei zehn zufällig bestimmten ESC-Beiträgen tippen, auf welchem Platz sie im Finale landen. Nach dem Prinzip wurden auch die Mitglieder der internationalen Expertenjury ausgewählt.

Wie viele Menschen haben teilgenommen?

Laut NDR wurden mehr als zwei Millionen Menschen auf Facebook aufgerufen, ihren Tipp abzugeben. 15 000 Menschen haben schließlich mitgemacht.

Wie wurde der Beitrag ausgewählt?

In einem mehrstufigen Prozess hörten sich die Mitglieder der „Eurovisions-Jury“ durch eine Auswahl von 600 Künstlern.

Was waren das für Songs und Musiker?

Für die Lieder sei man weltweit auf die Suche gegangen und habe dadurch deutlich mehr Zeit für die Inszenierung gewonnen, sagte Christian Blenker, ARD-Teamchef für den ESC. Über die anderen Musiker ist bislang nichts bekannt, aber im Netz wurde im Vorfeld wild spekuliert.

Also wird der Fokus in diesem Jahr auf die Präsentation gelegt?

Zumindest liegen dem deutschen ESC-Team nun laut Blenker „spannende Ideen von international erfolgreichen Choreografen und Staging-Profis“ vor.

Wie wählen andere Länder ihre Beiträge aus?

Immer mehr Länder verzichten auf die Vorentscheidsshow, heißt es bei eurovision.de. 2019 wurden zwölf Beiträge direkt bestimmt. In diesem Jahr werden es voraussichtlich 16 sein. Nach dem 9. März steht diese Zahl genau fest. Bis dann müssen die teilnehmenden Länder ihre Musiker gemeldet haben.

Wie viele Länder haben sich schon festgelegt?

Von den 41 teilnehmenden Ländern haben nun 25 ihre Beträge bekannt gegeben. Unter anderem Gastgeber Niederlande. Sie schicken Jeangu Macrooy auf die Bühne. Der Singer-Songwriter lässt sich musikalisch im Modern Soul verorten. Sein Lied für den ESC 2020 steht bisher aber noch nicht fest.

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