Neu im Kino: Kurt Krömer als liebenswert komischer Kauz in „Eine Insel namens Udo“

Unsichtbar trifft chaotisch

Ungleiches Paar: Der unscheinbare Udo (Kurt Krömer) und die freche Jasmin (Fritzi Haberlandt). Foto:  dapd

Wenn Kauz und Kauz aufeinandertreffen, dann wird nicht weniger verhandelt, als die großen Fragen des Lebens: Wer bin ich und was will ich? Kurt Krömer alias Udo und Fritzi Haberlandt als Jasmin gelingt dieses Unterfangen mit bezaubernd unschuldigem Charme und viel Komik in Markus Sehrs Leinwanddebüt „Eine Insel namens Udo“.

Im Bezug auf Udo bekommt der Begriff „unscheinbar“ eine völlig neue Bedeutung. Er leidet an „Schwersichtbarkeit“. Niemand bemerkt ihn, wird er nicht direkt von Udo angesprochen. Er hat sich in diesem Leben, auf seiner Insel eingerichtet. Udo arbeitet als Kaufhausdetektiv mit erstaunlicher Erfolgsquote und schläft – da ihn ohnehin niemand bemerkt – in einem Zelt in der Sportwarenabteilung.

Eine Frau verändert alles

Dann taucht die chaotische Hotelmanagerin Jasmin auf und – sieht ihn. Als er einem dicken Mädchen ein Stück Kuchen wegnimmt, fährt sie ihn empört an. Von nun an ändert sich alles für Udo. Ohne jemals Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht gesammelt zu haben, lässt er sich auf Jasmin ein, und verliebt sich in die junge Frau. Die Folge: Udo wird sichtbar. Mode und Umgangsformen bekommen mit einem mal eine völlig neue Bedeutung, muss Udo sich doch den Blicken und Annäherungsversuchen anderer Menschen aussetzen.

Wer Komiker Kurt Krömer in seiner ersten Kino-Hauptrolle als Udo durch sein Leben stolpern sieht, weiß nicht, ob er lachen oder weinen soll. Er wird von Autos angefahren, in Restaurants nicht bedient und auf seinem eigenen Geburtstagsfoto von Gästen verdeckt. Als sichtbarer Mensch versucht er hilflos, seinen Platz in der Gesellschaft zu finden. Kurt Krömer gelingt es fabelhaft, seiner Figur diese kindliche Unschuld und Naivität zu verleihen, die sie in diesen Situationen so authentisch wirken lässt.

Sein ideales Gegenstück findet Krömer in Haberlandt. Bodenständiger und erwachsener zwar, ist Jasmin aber nicht weniger kauzig und tollpatschig, als Udo. Mit seiner Hilfe entdeckt die Jetsetterin, was ihrem Leben bisher fehlte. In ihrer gegenseitigen Annäherung versprühen die beiden zuckersüße Romantik, die nur durch ihre Ungeschicklichkeit hin und wieder amüsant aufgerissen wird.

Die übrigen Film-Charaktere fallen gegenüber den Hauptfiguren ab. Überzeichnete Figuren ohne Tiefe wie der Sportfreak, der ewig Torte essende Transvestit und der etwas dümmliche Sicherheitschef, sowie die komischen Situationen, die sich daraus ergeben sollen, können nicht wirklich überzeugen. Doch das liebenswerte Traumpaar dieses Films entschädigt für dieses Manko.

Genre: Liebeskomödie

Ohne Altersbeschränkung

Wertung: !!!!:

www.hna.de/kino

Von Alexandra Müller

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