"Unter Wölfen": Kritik zum Polizeiruf 110

Der Polizeiruf 110 aus Brandenburg war zwar nicht spannend, glänzte aber mit tollen Tieraufnahmen. Meint unser Redakteur Matthias Lohr in seiner TV-Kritik.

Im Polizeiruf 110 ist der Osten der neue Wilde Westen. Die letzte Folge aus Brandenburg spielte in einer Westernstadt, in „Wolfsland“ sah die märkische Sandsteppe nun aus, als läge sie in Texas. Fabian Hinrichs, bald „Tatort“-Kommissar in Franken, spielte den Wolfsbeobachter Stephan Waldner wie einen einsamen Cowboy, und das Städtchen Kaskow hätte auch gut das Kaff Hadleyville in „12 Uhr mittags“ doubeln können.

Allerdings war der von Ed Herzog (Regie und Buch) sowie Rainer Butt (Buch) erzählte Fall nur halb so spannend wie der Plot im Western-Klassiker. Kommissarin Olga Lenski (Maria Simon) und ihr Kollege Horst Kraus hatten es nicht nur mit einem Konflikt zwischen Mensch und Natur zu tun, sondern auch mit der dunklen DDR-Vergangenheit der Dorfbewohner.

Ungewöhnlich war dieser Polizeiruf, weil er zugleich die ARD-Tierdoku am Montagabend ersetzte. Neben die gleißenden Landschaftsbilder von Sebastian Edschmid baute Herzog beeindruckende Wolfsfilme des Biologen Sebastian Koerner, der ein Rudel in der Lausitz begleitet hatte. Der Film versuchte, die These des römischen Dichters Plautus zu widerlegen, der einst schrieb: „Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf.“ Im Ost-Western ist der Wolf menschlicher als der Mensch. Wie romantisch.

E-Mail an den Autor: mal@hna.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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