Neu im Kino: Marianne Sägebrecht in der turbulenten Komödie „Omamamia“

Unterwegs zum Papst

Neue Liebe auf der Vespa: Lorenzo (Giancarlo Giannini) und Margarethe (Marianne Sägebrecht). Foto:  Majestic

In Percy Adlons Kultfilm „Out of Rosenheim“ (1987) stieg Marianne Sägebrecht aus dem Auto, ließ die bürgerliche Existenz samt grantelndem Ehemann hinter sich und fing in einem Café mitten in der kalifornischen Wüste ein neues Leben an.

Fünfundzwanzig Jahre später wagt sie auch in Tommy Wigands „Omamamia“ den Ausstieg, als die stets besorgte Tochter die Mutter ins Altersheim stecken will, und macht sich auf nach Rom. Aber hier ist es weniger ein Neuanfang, der die alte Dame in die Ferne treibt, als seelische Altlasten, die die überzeugte Katholikin beim Papst beichten will.

Warum es ausgerechnet der oberste Hirte sein muss - das bleibt ein Geheimnis der drei Drehbuchautorinnen, die auf der wackeligen Prämisse und vor der sonnigen Kulisse Roms ein gefälliges Lustspiel aufbauen. Die Großmutter klopft in der Ewigen Stadt zunächst bei ihrer Enkelin Martina (Miriam Stein) an, die nicht, wie behauptet, als Au pair bei einer katholischen Familie, sondern in wilder Ehe mit einem Rockmusiker lebt. Darüber schaut Oma Margarethe zunächst großzügig hinweg.

Aber Privatbeichten beim Papst sind schwer zu kriegen und in einer Gruppenaudienz sprüht sie das Kirchenoberhaupt versehentlich mit Pfefferspray ein. Auf ihrem Weg zur Absolution lernt sie den windigen Italiener Lorenzo (Giancarlo Giannini) kennen, in dessen Restaurant sie bayrische Hausmannskost serviert.

Derweil macht sich die kontrollsüchtige Tochter (Annette Frier) nach Rom, um Oma und Enkelin zurück auf den Weg der Vernunft zu bringen und wird mit einem Familiengeheimnis konfrontiert, das sie selbst aus der Bahn wirft.

„Omamamia“ ist eine harmlose Wohlfühlkomödie, die scheinbar turbulent ihre Lustspielverwicklungen arrangiert, aber das Publikum immer fest bei der Hand nimmt und ihre Pointen auf dem Silbertablett serviert. Der Komödie fehlt es an anarchistischem Flair und Glaubwürdigkeit. Marianne Sägebrecht hätte man eine originellere Kino-Rückkehr gewünscht.

Genre: Komödie

Altersfreigabe: ab 6

Wertung: !!!::

www.hna.de/kino

Von Martin Schwickert

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