Uraufführung in Fulda: Noah Gordons Bestseller „Der Medicus“ als Musical

Der Star im Mittelpunkt: Friedrich Rau (Mitte rechts) behandelt als Rob Cole einen Patienten. Foto: dpa

Fulda. Über drei Millionen Menschen sahen den Kino- und sieben Millionen den Fernsehfilm. Nun haben auch die ersten Zuschauer das Musical „Der Medicus“ erlebt. Als weltweit erste Bühnenfassung wurde der Bestseller am Freitagabend in Fulda uraufgeführt. An der Reaktion des Premieren-Publikums gemessen, war es ein voller Erfolg. Die knapp 700 Gäste feierten die Darbietungen im Schlosstheater euphorisch.

Die Produktionsfirma Spotlight hat sich in den Vorjahren bereits mit „Die Päpstin“ und zuletzt mit „Die Schatzinsel“ einen Namen in der Branche gemacht. Mit dem Erwerb der Rechte am „Medicus“ des amerikanischen Star-Autoren Noah Gordon (89) gelang ihnen ein Coup. Für den Komponisten Dennis Martin hat die Story „alles, was ein gutes, dramatisches Musical braucht“. Das Resultat war zweieinhalbstündiges Gesangstheater, das sich eng am Buch orientierte.

Das Stück handelt vom jungen Engländer Rob Cole, der im mittelalterlichen London aufwächst und nach Persien reisen will, um die Geheimnisse der Medizin zu erlernen. Weil ihm dies als Christ versagt bleibt, gibt sich Rob als Jude aus und riskiert damit sein Leben.

Verkörpert wird der Titelheld von Friedrich Rau. Der 33-Jährige aus Weimar beeindruckte das Publikum mit einer engagierten Energieleistung. „Das war ein Husarenritt. Er hatte kaum Zeit zum Luftholen, das Stück kreiste permanent um ihn“, erklärte Dramaturg Jilo.

An Raus Seite zeigte Sabrina Weckerlin, die bereits als „Die Päpstin“ das Publikum begeisterte, ihr Können. In der weiblichen Hauptrolle der Mary Cullen bestach sie durch ihre Ausstrahlung und mit klarer, warmer Stimme. „Es ist ein Geschenk, mit ihr zu spielen. Wir harmonieren auch stimmlich sehr gut“, sagte Rau.

Neben diesen beiden überzeugte Reinhard Brussmann als Heiler und väterlicher Lehrmeister Ibn Sina mit sonorer Stimme. Herausragend war die Leistung des spielfreudigen Ensembles mit seinen Choreographien. Kreativ und akkurat angeleitet wurden die Tänzer und Akteure von Kim Duddy aus New York.

Das relativ knapp bemessene Raumangebot der Bühne wurde klug und effizient genutzt. Im Hintergrund ergänzten Videoanimationen das bewegliche Bühnenbild. Die eingängige musikalische Begleitung steuerte Komponist Dennis Martin bei.

Im Rahmen des Musicalsommers Fulda wird das Stück bis zum 28. August mehr als 100 Mal in der osthessischen Barockstadt gezeigt. (dpa) Ticket-Hotline: 0661 / 2500 8090

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