Rüdiger Hoffmann spielte sein neues Programm in Kassel

Urlaub an der Autobahn

Spielte trotz Erkältung: Rüdiger Hoffmann hatte einige Geschichten von seiner Frau Susanne im Gepäck. Foto: Schachtschneider

Kassel. Rüdiger Hoffmann hat einiges auszuhalten: Gerade ist er aus dem zweiwöchigen Mauritiusurlaub zurückgekehrt, da muss er eine grausige Entdeckung machen: Seine Frau Susanne hat vergessen, das Bier für den Heimkehrer kalt zu stellen – und das, obwohl sie genau wusste, wann er heimkommt. Schließlich hat sie ihn vom Flughafen abgeholt. Hoffmann ist außer sich. Völlig zu Recht, wie er findet.

Das war nur eine der vielen Anekdoten, die Rüdiger Hoffmann am Samstagabend im ausverkauften Blauen Saal der Kasseler Stadthalle über die Bühnenfigur Susanne zu berichten hatte. In seiner gewohnt langsamen Sprechart erzählte er in seinem mittlerweile zehnten Live-Programm „Aprikosenmarmelade“ dann auch von der Eheberatung, die ihm seine Frau verordnete. Dieses „Weicheiprogramm“, wie der 49-Jährige das verlangte Sensibilitätstraining nennt, umging er aber gekonnt.

Statt des Trainings fuhr er mit Susanne zu deren Freude in den Kurzurlaub in die Lüneburger Heide. Sie wusste jedoch nicht, dass der Trip eine Besichtigung des Autobahnkreuzes Hannover-Ost, die Übernachtung in einem Motel mit Toilette auf dem Flur und einen Besuch des Panzermuseums beinhalten würde.

Immer wieder setzte sich Hoffmann ans Klavier und gab Lieder wie „Testosteron“ oder „Life was hard in Paderborn“ zum Besten. In Letzterem geht es um seine Jugend in Paderborn und den Rowdy Ernie Kleinschmidt. Vokabeln wie „Motherfucker“ und „Bitch“ machen den Song zu einer Art Paderborner Gangster-Rap.

Nicht nur Susanne bekam ihr Fett weg, auch das befreundete Pärchen Olaf und Birthe nahm Hoffmann unter die Lupe. „Olaf wohnte mit Ende 20 noch zu Hause und war Jungfrau“, berichtete er. Klar, dass Hofmann und seine Kumpels das Muttersöhnchen aufzogen. Sprüche wie „Ungebraucht zurückgegeben“ oder „Hier lochte er zum ersten und zum letzten Mal ein“ sollten den Grabstein von Jungfrau Olaf zieren.

Trotz einiger Höhepunkte blieb Rüdiger Hoffmanns Programm wenig überraschend. Die Witze über Susanne erinnern stark an Gags von Mario Barth und der Satz „Ich weiß nicht, ob Sie es wussten“, fällt gefühlte zwanzigmal. Seine Geschichten erzählt Hoffmann dabei meist im Sitzen, so wie es immer war. Hoffmann-Fans sind, wie die Zugabe-Rufe belegten, dennoch auf ihre Kosten gekommen.

Von Jonathan Vorrath

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