Der Urschrei: Blues-Woche startet mit Chip n’ Steel

Michael Dippel Foto: Schachtschneider

Kassel. Es war das Eröffnungskonzert der 9. Blueswoche im Club an der Jordanstraße und weit über hundert Karnevalsflüchtlinge drängten sich am Rosenmontagabend im rammelvollen Theaterstübchen, um das Joe-Cocker-Programm der neunköpfigen nordhessischen Band Chip n’ Steel zu erleben.

Allerdings sorgte Sänger Michael Dippel kalauernd dafür, dass die fünfte Jahreszeit nicht vollständig ausgeblendet wurde.

Mit knapp zwanzig Songs aus der über 40-jährigen Karriere des britischen Sängers vermittelte Chip n’ Steel einen guten Eindruck vom musikalischen Schaffen Cockers, der ja selbst mit zahlreichen Coverversionen große Erfolge erzielt hat. Aus der wilden und bedröhnten „Mad Dogs and Englishmen“-Periode gab es sauber gespielte 1:1-Versionen von „Feelin’ Alright“, „The Letter“, und „Delta Lady“ mit schönen Slide-Guitar-Passagen von Michael Washausen zu hören, der auch in dem bluesigen „Now That The Magic Has Gone“ überzeugen konnte. Mit „When The Night Comes“ und „N’oubliez Jamais“ wurde auch aus späteren Dekaden zitiert.

Frontmann Dippels Statur und Gesten zeigten gewisse Ähnlichkeiten mit dem seit Woodstock 1969 geltenden Erfinder des Luftgitarrenspiels, wenn auch seine Stimme trotz gekonnter Intonation nicht das kratzig-raue Timbre des Originals besitzt. Den von allen erwarteten Urschrei in „With A Little Help From My Friends“ meisterte er jedoch gnadenlos. Glanzlichter setzte auch immer wieder Saxofonist Hugo W. Scholz mit seinen Soli auf dem grundsoliden Fundament von Drums und Bass. Die jungen Backgroundsängerinnen Christina Koch und Laura Jostes lieferten einen reizvollen Kontrast zum Leadgesang.

Viel Applaus und zwei Zugaben für das begeisterte Publikum.

Von Wolfgang Wollek

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