Die englische Rock-Band „The Brew“ heizte das Publikum im ausverkauften Schlachthof auf

Vater und Sohn ließen es krachen

Rissen das Publikum mit: The Brew mit (von links) Jason Barwick, Tim Smith und Kurtis Smith. Foto: Schoelzchen

Kassel. Da soll mal einer sagen, der gute, alte Rock der Strickart Marke Led Zeppelin, The Who oder Jimi Hendrix sei nur etwas für Spät-Hippies, die die Zeit überholt hat. „Ausverkauft“ stand in dicken Buchstaben an der Eingangstür des Kulturzentrums Schlachthof. Der Grund: Die englische Band „The Brew“ spielte auf.

Schaut man auf die Besetzung, so liest sich das, wie ein Freizeitspaß: Vater, Sohn und ein Freund des Filius greifen zu den Instrumenten und lassen es krachen. Das Ergebnis jedoch ist ein Phänomen: Der Sound der 60er- und 70er-Jahre wuchtet sich dermaßen authentisch in die Gehörgänge, als sei man gradewegs einer Zeitmaschine entstiegen.

Bassist Tim Smith, Filius Kurtis Smith, gerade 21, und Gitarrist und der 20-jährige Sänger Jason Barwick heizten den Saal auf und sorgten für eine Resonanz wie in der guten alten Zeit des Rock. Das Publikum, vereint in empathischer Begeisterung, schwelgte, jubelte. So manch einer konnte das Konzert nur vom Vorraum aus hören oder drückte sich die Nase an der Tür platt.

„The Joker“ und das aktuelle Album „A Million Dead Stars“ zierten den Verkaufstisch und das Programm. Besonders auf Frontmann, Sänger und Gitarrist Jason Barwick, der sich mit ständigen Hopsern selbst aufheizte, fokussierte sich die Aufmerksamkeit. Er hat optisch etwas von einem Teenie-Star. Schließt man jedoch die Augen, dann glaubt man, einen Großen der alten Garde vor sich zu haben. Die Stimme, die gegen den Gitarrensound ankämpfte, die Wucht der Akkorde, die psychedelisch gefärbten Soli - das mitreißende Gebräu entflammte die Besucher.

Balladen wie „Kam“ und ein ausgedehntes Schlagzeug-Solo von Kurtis Smith machten die Illusion perfekt: Willkommen in der glorreichen Zeit des Dinosaurier-Rock.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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