Liedermacherin Desiree Klaeukens singt im Schlachthof über große Gefühle

Sex verändert nicht alles

Kalt wurde ihr nicht: Die winterlich angezogene Desiree Klaeukens im Schlachthof. Foto: Schachtschneider

Kassel. Desiree Klaeukens macht im Kasseler Schlachthof sogar Pep Guardiola Konkurrenz. Der Fußballtrainer des FC Bayern München sorgte zuletzt für Verwunderung, weil er mit einem XXL-Schal am Spielfeldrand stand. Die Liedermacherin Klaeukens trägt im heißen Scheinwerferlicht des Kulturzentrums einen Schal, der so lang ist, dass er von ihrer Heimatstadt Duisburg bis nach Berlin reichen würde, wo die 29-Jährige nun lebt.

Und auch die Wollmütze zieht Klaeukens nicht aus, obwohl sie feststellt, dass „ich mich ganz schön winterlich angezogen habe“. Dabei sorgt die gelernte Kfz-Mechanikerin mit ihren karg arrangierten, aber perfekt vorgetragenen Liebesliedern doch für so viel Wärme im Schlachthof. Sie singt vom Regen, der „das Salz aus unseren Wunden wäscht“, vom Sex, der „nicht immer alles verändert“, und von der Liebe, die „uns nicht immer zusammenhält“.

Mit wunderbaren Texten über große Gefühle und melancholischen Liedern, die an Suzanne Vega und Gisbert zu Knyphausen erinnern, wurde Klaeukens im vorigen Jahr zum Kritikerliebling. Trotzdem kamen nur wenig mehr als 20 Zuhörer in den Schlachthof. Mit ihren Bandkollegen Florian Glässing und Andreas Laudwein fühlt sich die Musikerin trotzdem wohl: „Ich finde es nicht schlimm, wenn es nicht ganz so voll ist.“

Auch das Publikum genießt die Wohnzimmeratmosphäre. Zwischen den Liedern unterhalten sich Musiker und Gäste. Eine Frau gesteht, dass sie die minutenlangen Pausen, in denen die Multiinstrumentalisten ihre insgesamt sechs Gitarren stimmen, „gar nicht uncool“ finde.

Vorigen Sommer trat Klaeukens unter anderem mit Hannes Wader beim Liedermacherfestival „Songs an einem Sommerabend“ in Oberfranken vor Tausenden Zuschauern auf. Als Glässing fragte, ob man Wader überhaupt kenne, wurde er belehrt: Wader lebt seit Jahren in Kassel – und findet Klaeukens sicher auch total toll.

Das Album „Wenn die Nacht den Tag verdeckt“ ist bei Tapete Records erschienen.

Von Matthias Lohr

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