Helen Schneider eröffnete den Vellmarer „Sommer im Park“ mit einer Hommage an June Carter

Verbeugung vor einer Legende

Kraftvolle Bühnenpräsenz: Helen Schneider beim Eröffnungskonzert des Vellmarer „Sommers im Park“. Foto: Malmus

Kassel. Helen Schneider auf der Bühne zu erleben, ist ein vielseitiger Kunstgenuss. Was soll man an ihr mehr bewundern? Ihre großartige Stimme, ihre musikalische Vielseitigkeit oder ihren damenhaften Sexappeal, den sie mit ihrer mädchenhaften Zerbrechlichkeit zu einer kraftvollen Bühnenpräsenz verschmilzt.

Mit der ganzen Palette ihrer Vorzüge begeisterte die gebürtige New Yorkerin, die in diesem Jahr noch 60 wird, am Mittwoch zusammen mit ihrer Band 600 Besucher in Vellmar. Auf die amerikanische Country-Legende June Carter, die verstorbene Ehefrau des legendären Johnny Cash, fokussierte sie sich in der ersten Hälfte des Konzertes.

Country-Musik und Helen Schneider – passt das zusammen? Nimmt man die Empathie zum Maßstab, mit der Schneider über jene Frau und Komponistin, die 35 Jahre mit Cash verheiratet war, erzählte, auf jeden Fall. Im Berliner Renaissance-Theater hatte sie an der Seite von Gunter Gabriel in dem Stück „Hello, I’m Johnny Cash“ June Carter verkörpert und ihr aus Verehrung einen großen Block in ihrem aktuellen Programm „Juke Box Blues“ gewidmet.

Viel Berührendes, manch Trauriges kam da zusammen, was Helen Schneider über die Cash-Gattin erzählte. Auch, wie so manche Komposition der Country-Lady zustande kam, etwa Cashs Welthit „Ring of Fire“. Mit dem Original hatte Schneiders Interpretation jedoch nur die Kernmelodie gemeinsam. Vom Publikum wurde sie dennoch mit lautstarkem Applaus bedacht.

Eine Resonanz, die für jede ihrer Interpretationen galt. Ob Stücke aus der Hommage an June Carter, wie „Bridge over troubled Water“ oder Lieder „meiner Vorbilder“, die nach der Pause folgten. Zum Beispiel: Peggy Lees „Some Cats know“, Joni Mitchells „Both Side Now“, oder Leonard Cohens „Bird on a Wire“. Das Publikum feierte, was es hörte. Auch dann, wenn Schneiders Gesangsstil einigen Originalen etwas den Charme entzog.

Aber das ist eben das Phänomen Helen Schneider. Sie macht aus jedem Stück ein eigenes Kunstwerk. Das Publikum war davon begeistert. Zwei Zugaben.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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