Verjazzte Weihnacht: Pianist Udo Krüger im Theaterstübchen

Udo Krüger Foto: Malmus

Kassel. Weiße Weihnachten in einer Tonart mit fünf schwarzen Tasten und ein Schiff, geladen mit allen Dur- und Molldreiklängen: Viel hat sich der Kasseler Pianist Udo Krüger einfallen lassen, um Weihnachtslieder zu verjazzen.

Seine Arrangements der Winterklassiker sorgten am Mittwoch für ein feines Vergnügen im Theaterstübchen. Mit Kontrabassist Michael Rosenthal und Schlagzeuger Tobias Schulte, zwei kompetenten Mitmusikern, frischte er die alten Lieder auf. Und das war ebenso angenehm zu hören wie kunstvoll.

Krüger bearbeitete die Melodien mit raffinierten Jazzakkorden und rhythmischen Varianten. „Kommet, ihr Hirten“ wurde so zum Blues, während „Stille Nacht“ auch dank des gestrichenen Basses von Michael Rosenthal unerwartet schwermütig tönte. „Eine depressive Weihnachtsstimmung, viel Spaß“, erklärte Krüger launig.

Ein weites pianistisches Repertoire ließ er hören. Als Spezialität meißelte er markante Klavierlinien, die er unisono mitsang. Aber auch impressionistische und romantische Anklänge schüttelte er aus dem Ärmel. In „Alle Jahre wieder“ holte er mit pochenden Tonwiederholungen und überkreuzten Händen zu einer großen Geste aus, die auch Chopin gefallen hätte.

Von seinem „profunden Wissen“ war in der Ankündigung zu lesen - wer ihn hörte, kann dies nur bestätigen. Wie ein präziser Motor trommelte Tobias Schulte, der auch mehrmals als Solist mächtig aufdrehte. Die 40 Zuhörer freuten sich über die ganze Bescherung.

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