Die Trickfilmklasse zeigte 24 Arbeiten im Bali

Verlieben in 1:40

Der Moderator: Figur aus Wu Kungs „Die Wahrheits-Quizshow“.

Kassel. Vom einfachen Strichmännchen bis zur aufwändig animierten Computerfigur, vom Kinderfilm bis zur dokumentarischen Fotobetrachtung reichte die Bandbreite bei „Trickreich“, der jährlichen Vorführung der Trickfilmklasse der Kunsthochschule. 24 Beiträge zeigten in aufgekratzter Festivalatmosphäre im ausverkauften Bali-Kino am Donnerstagabend das vielfältige Schaffen der Studenten von Andreas Hykade, der seinen Abschied von der Kasseler Kunsthochschule verkündete, und Thomas Meyer-Hermann.

Die Professoren betonten, wie wichtig es sei, dass die angehenden Filmemacher ihre „eigene Sprache“ fänden - und dass der unverwechselbare Stil gerade aus dem bewussten Umgang mit anfänglichen eigenen Defiziten entstehen kann. Tosender Applaus begleitete die Beispiele für diese Stil-Suche. Da ist etwa Kun Jias minimalistischer „Mr. Eck“, wo sich in 1:40 Minuten zwei Quadrate ineinander verlieben und einen Kreis zeugen, da sind Stefan Vogts reitende und angelnde Strichmännchen in Filmen zum Thema „Zusammen“.

Dennis Stein-Schomburg arbeitet in „Schattengewächs“ kunstvoll mit Schattenriss-Effekten zwischen Natur und Maschine, ebenfalls in Schwarz-Weiß ist Urte Zintlers poetische Meditation „Die Gedanken sind frei“, die die Erinnerungen einer älteren Frau collagenartig in Bilder fasst.

Der witzige „Die Auserwählten“ von Damian Harmata zeigt, welche merkwürdigen Lebewesen nicht mit auf Noahs Arche durften. Mirco Kutscheidt hat für die Band Tonfront ein Musikvideo gedreht - South Park trifft Raumschiff Enterprise - und am Ende erlebte man in Martin Schmidts Hochglanz-Animation „Der perfekte Peter“ den Tod eines Familientyrannen beim Fischessen.

Von Bettina Fraschke

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