Das Anat Fort Trio im Theaterstübchen

Verliebt in Schönklang

KASSEL. Internationales Topniveau kehrte wieder ins Theaterstübchen ein, wo das Anat Fort Trio am Dienstagabend seine Tournee durch Deutschland und Österreich beschloss. Zu bewundern waren das perfekte Zusammenspiel von Musikern, die in drei unterschiedlichen Kontinenten leben, und eine Musik, die sich in den Schönklang verliebt und lyrisch gab, aber auch mit freien Exkursen zu überraschen verstand.

ECM-Jazz wäre eine gute Erstcharakteristik dafür. Anat Fort hat denn auch bei dem Münchner Label das Album „A Long Story“ veröffentlicht, und in diesem Jahr soll eine CD mit ihrem Trio folgen. Nicht auf einen simplen Nenner lassen sich die Kompositionen und Improvisationen der Pianistin aus Tel Aviv bringen. Ein Spektrum von einfacher Diatonik bis zum freitonalen Flow wird da durchquert. Dank des überaus delikaten Klavieranschlags wirken die Dissonanzen aber nie ruppig oder gewaltsam.

Bei aller Abwechslung, die beim Kasseler Konzert häufig kontrastierende Stücke ineinander übergehen ließ, stellt die Vorliebe fürs Ornamentale und Klangmalerische ein verbindendes Element von Anat Forts Stil dar: Sie eine Meisterin der schwebend leichten Arabesken. Auffällig klar und sauber in der Intonation kamen die Fundamente des New Yorker Kontrabassisten Gary Wang, und der Berliner Schlagzeuger Roland Schneider ließ sich mit einem kultivierten wie zwingenden Groove hören. Das Publikum war dementsprechend begeistert.

Von Georg Pepl

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