Termine in Fritzlar und Rotenburg

Veronica Ferres beim Kultursommer Nordhessen: „Möchte die Zuschauer verzaubern“

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Tritt beim Kultursommer in Fritzlar und Rotenburg auf: Schauspielerin Veronica Ferres

Veronica Ferres bringt mit der Kammerphilharmonie St. Petersburg den Text von Shakespeares Komödie "Ein Sommernachtstraum" mit Felix Mendelssohn Bartholdys Musik auf die Bühne.

Was interessiert Sie an Shakespeares Komödie?

William Shakespeare hat die großartigsten Frauenfiguren der Weltliteratur erschaffen. Absurderweise mussten sie zu seiner Zeit im Theater von Männern gespielt werden. Und ich habe eine große Liebe zu seinen Versen.

Was spricht uns am „Sommernachtstraum“ auch noch Jahrhunderte nach seiner Entstehung so an?

Die Unvorhersehbarkeit der Irrungen und Wirrungen berührt uns. Was projizieren wir in unser Gegenüber hinein, wenn wir verliebt sind? Liebe reißt Mauern ein, überwindet Grenzen, hat eine bahnbrechende Kraft. Vor allem bei jungen Menschen, die das zum ersten Mal durchleiden und durchleben.

Sie spielen auf die Liebenden Hermia, Lysander, Helena und Demetrius an.

Genau, Hermia soll entsprechend dem Willen ihrer Eltern verheiratet werden. Die Wünsche der Kinder haben mit solchen Plänen nichts zu tun. Das ist ein wahrlich aktuelles Thema: Sich zu widersetzen – und die Kraft, die genau daraus entsteht. Wo führt die Liebe hin? Wie das dann im Stück alles in einer Sommernacht passiert, ist für Schauspieler ein großes Geschenk. Als Mutter habe ich den Text jetzt nochmal anders gelesen, meine Tochter ist erwachsen geworden. Ich denke viel an Khalil Gibrans Buch „Der Prophet“, in dem er schreibt, dass Eltern der Bogen sind, die ihre Kinder als Pfeile frei fliegen lassen sollen.

Was bedeutet Ihnen die Musik?

Mendelssohn Bartholdy ist seit bestimmt 20 Jahren mein Lieblingskomponist. Sein „Sommernachtstraum“ hat unglaublich viel mit Sehnsucht zu tun. Er vereint die Sinnlichkeit einer Sommernacht mit der Sehnsucht, die Liebe des Lebens zu finden. Das ist für mich die schönste Ouvertüre der Musikgeschichte. Ich habe auch deshalb einen besonderen Bezug zu ihr, weil das Bayerische Staatsorchester genau daran gearbeitet hat, als ich damals als Schauspielstudentin in einem Nebenraum einen großen Frauenmonolog geprobt habe. Da habe ich diese Musik immer gehört.

Wie muss man sich so einen Abend mit Ihnen und dem „Sommernachtstraum“ vorstellen?

Ich führe die Zuschauer an der Hand durch die Handlung und durch die Musik. Angefangen von den Ehestreitigkeiten des Elfenkönigs Oberon mit seiner Frau Titania und der Zauberblume, deren Saft bewirkt, dass man sich in das erste Wesen verliebt, das man erblickt. Einerseits arbeite ich mit Erzähltexten, andererseits mit Originaldialogen. Es wird bunt und vielseitig, ich möchte, dass die Zuschauer verzaubert werden.

Wie ist es für Sie, diese Darbietung unter freiem Himmel aufzuführen?

Ich bete, dass wir schönes Wetter haben. Dann erinnere ich mich an meine Buhlschaft bei der Aufführung des „Jedermann“ in Salzburg. Ich liebe die Herausforderungen, die eine Aufführung unter freiem Himmel bietet, und die, ganz allein mit dem Orchester das Publikum zum Träumen zu bringen.

Kultursommer Nordhessen, 2.8., 21 Uhr, Fritzlar Vor dem Dom, 3.8., 19.30 Uhr, Rotenburg, Schlosshof. Tel. 0561 988 393 99

Zur Person:

Veronica Ferres (54) aus Solingen hat eine Tochter und ist in zweiter Ehe mit Unternehmer Carsten Maschmeyer verheiratet. Nach der Schauspielausbildung spielte sie an zahlreichen Theatern – etwa in Düsseldorf. Zu ihren Film- und Fernseherfolgen gehören „Die Geierwally“, „Schtonk!“, „Rossini“, „Das Superweib“, „Die Manns“, „Hectors Reise“, „Taunuskrimi“ und „Jerks“. Sie engagiert sich für Kinderschutz.

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