Verrückte Engländer: The Ukulele Orchestra of Great Britain in Vellmar

Sie machten die Ukulele wieder populär: Die sieben Musiker des Ukulele Orchestra of Great Britain beim Konzert in der Mehrzweckhalle Vellmar-Frommershausen. Foto: Fischer

Kassel. „Meine Mutter weiß nicht, was ich hier tue. Ich glaube, sie denkt, ich arbeite in einem Schwulen-Club.“ Ein Spruch wie dieser ist für sich allein genommen noch nicht witzig. Wenn er aber in genäseltem Englisch kommt und von jemandem, der die Ausstrahlung eines britischen Butlers hat, geschätzte 60 ist, einen dunklen Anzug und Fliege trägt und in den Händen eine Ukulele hält, dann schon.

Jede Menge trockener britischer Humor und meisterhaft gespielte Ukulelen standen am Montag in der bestens gefüllten Mehrzweckhalle Vellmar-Frommershausen auf dem Programm. The Ukulele Orchestra of Great Britain gab sich die Ehre. Das vorweg genommene Fazit: Ein Spitzenkonzert und ein Riesenspaß für alle Zuschauer.

Der Begriff Ukulele kommt aus dem Hawaiianischen und bedeutet übersetzt „springender Floh“. Eine Umschreibung, die auch zu dem Konzert dieser großartigen Unterhaltungskünstler passt. Mit schelmenhafter Unbekümmertheit wurde nach Belieben zwischen den Musikgenres hin und her gehüpft.

Sieben Musiker – eine Frau und sechs Männer – Stuhl an Stuhl in einer Reihe und jeder Künstler ein britisches Original und jeder ein Virtuose auf seinem Zwergeninstrument. Kein Stück, das nicht mit trockenem Humor und regungslosem Mienenspiel anmoderiert wurde und zunächst erst mal die Lachmuskeln in Stimmung brachte. Wortspiele waren dabei Trumpf: „In England haben wir viele Lieder über Nasen. Zum Beispiel: „God Only Nose.“

Das Repertoire des urigen Septetts war riesig. Da tummelten sich Pop-Hits wie David Bowies „Life On Mars“ und Kraftwerks „Das Modell“, die Klassik grüßte mit Franz Schuberts „Forelle“, und nach einem Spaghetti-Western-Soundtrack von Ennio Morricone wurde zu Black Sabbaths Rockklassiker „Paranoid“ kollektiv die wilde Rockerpose aufgesetzt. Sieben vermeintlich steife Briten, die das Haupthaar schütteln, gaben ein köstliches Bild ab.

Viel Spaß brachte auch die gesangliche Präsentation. Denn so richtig singen konnte oder wollte keiner von dieser herrlich schrägen Truppe. Dafür gibt es einen Humorpunkt mehr. Nicht enden wollender Applaus.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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