Verrücktes Weihnachten mit Musik-Comedians Hinz und Kunz

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Boten eine kuriose Weihnachtsshow: Kunz (Sören Leyers, links) und Hinz (Marcel Wagner).

Kassel. Sie luden ein zum „Fest des Frierens" - dabei war der Auftritt von Hinz und Kunz im Theaterstübchen eher ein Fest des Lachens.

Wenn Hinz und Kunz Weihnachten feiern, sind nicht zwei x-beliebige Normalos gemeint, sondern die schrägen Komiker und Musiker Marcel Wagner und Sören Leyers. Mittwochabend präsentierte das Duo im gut besuchten Theaterstübchen seine Weihnachtsshow „Fest des Frierens“. Es wurde viel gelacht.

Schon bei der Begrüßung wird deutlich, dass die Zwietracht Stilmittel ist: „Leider ist mein Kollege – Gott sei Dank – noch nicht da.“ Zwei völlig unterschiedliche Charaktere geben die beiden. Hinz grinst im Dauermodus, zieht den Kollegen auf und schleimt sich gern beim Publikum ein. Kunz sieht aus, als sei er nach durchzechter Nacht unsanft aus dem Schlaf gerissen worden. Er bleibt dieser Ausstrahlung ein ganzes Programm lang treu: nölig, melancholisch, unverstanden. Weihnachten mag er nicht: „Meine Kinder bekommen zum Fest meine selbst gemalten Bilder. Da brauch’ ich kein Geld ausgeben.“

Mit Geige und Gitarre legen die beiden überdreht los, singen „Funky, Funky“ und „Ein Schiff wird kommen“. Die Grabenkämpfe sind programmiert: Kunz setzt sich ans Klavier und spielt etwas von Bach, Hinz setzt sich eine Weihnachtsmütze auf und intoniert „In der Weihnachtsbäckerei“. Kunz lässt auf dem Klavier Auszüge aus Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ erklingen, Hinz begleitet mit Wanderliedern. Tonarten, Genres, Lieder werden munter gemischt. Kurios, dass sich gerade daraus ein skurriler Klangwitz ergibt, der bisweilen sogar homogen klingt.

Beide sind ausgezeichnete Musiker, beherrschen ihre „Streitwerkzeuge“ virtuos. Das Publikum wird eingebunden, zum Singen instruiert oder aufgefordert, den neben ihnen Sitzenden durch die Haare zu streichen und zu sagen: „Hey Baby, du siehst echt sexy aus.“ Lautstarker Applaus, Zugaben.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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